Mit Messern oder Rasierklingen werden schon sehr jungen Mädchen die Klitoris und inneren Schamlippen entfernt – meist ohne Betäubung. Die Folgen sind langwierige Infektionen, Blutvergiftungen, Unfruchtbarkeit oder Geburtskomplikationen – bis hin zum Tod.

Sich von der Tradition zu lösen, ist allein kaum möglich: Unbeschnittene Mädchen gelten als unrein und würden auch im Nachbardorf keinen Ehemann finden, ihre Familien stehen im Abseits.

 

Salimata Jallow musste miterleben, wie ihre Schwester während der genitalen Verstümmelung verblutete. Auch Salimata wurde beschnitten, überlebte aber die Prozedur. Schon als junges Mädchen war ihr klar: Sollte sie einmal Töchter haben, würde sie das lebensbedrohliche Ritual verhindern. Doch wie sollte sie dies durchsetzen, allein gegen das ganze Dorf?
 
Als UNICEF mit der lokalen Partnerorganisation TOSTAN ein Bildungs- und Aufklärungsprogramm startete, war Salimata sofort dabei.
Inzwischen war sie verheiratet und Mutter von vier kleinen Mädchen. In den Kursen lernte sie zusammen mit anderen Frauen viel über den Zusammenhang zwischen der Beschneidung und Krankheiten, über ihre Rechte und die ihrer Töchter.
Ihr Selbstvertrauen wuchs – und eines Tages traf sie eine Entscheidung: „Die Gemeinschaft mit den anderen Müttern gab mir so viel Kraft und Mut“, sagt Salimata. „Ich stellte mich vor meinen Mann und sagte ihm, dass ich die Beschneidung meiner Töchter nicht zulassen würde!“

Mittlerweile wollte ein Großteil des Dorfes sich von der Tradition lösen – so stimmte auch Salimatas Mann zu.
Heute hilft er ihr sogar, weitere Dörfer vom Verzicht auf die Mädchenbeschneidung zu überzeugen.

Bildung ist der Schlüssel im Kampf gegen die Mädchenbeschneidung.
UNICEF fördert deshalb breit angelegte Bildungskurse: Auf dem Stundenplan stehen Lesen und Schreiben, aber auch Gesundheit und Menschenrechte.

Gemeinsam entwickeln besonders die Frauen das Wissen und das Selbstbewusstsein, Veränderungen zu fordern und voranzutreiben.
UNICEF stellt Unterrichtsmaterial zur Verfügung und schult die Kursleiterinnen, meist Frauen aus den Dörfern.
 
Der bisherige Erfolg:

Im Senegal hat das Programm eine breite gesellschaftliche Bewegung ausgelöst.
Praktizierten im Jahr 1997 noch 5.000 Dörfer die Tradition, sind es heute nur noch 400. Ehemalige Beschneiderinnen ziehen von Dorf zu Dorf und klären über die Gefahren und Risiken auf.
Bis 2015 ist ein Ende des Rituals möglich. Auch in Ländern wie Äthiopien und dem Sudan zeigen Bildungs- und Aufklärungsprogramme Wirkung.

 

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