Stephan Rauh gehört zu Deutschlands Top-Fotografen. Vor seiner Kamera standen Modegrößen wie Bruce Darnell, Lena Gercke, Barbara Meier oder Peyman Amin.

Auch die Fotokampagne der Marke Ed Hardy by Christian Audigier entstammte seinem ideenreichen Kopf.

Neben seinem Job, den er mit Kreativität und Leidenschaft ausübt, engagiert sich Stephan Rauh für "Stars for Haiti".

Eine Plattform, die mit Hilfe bekannter Gesichter und markanter Stimmen die Opfer des Erdbebens in Haiti unterstützt.

Herr Rauh, Sie sind Mitgründer der Plattform "Stars for Haiti", Wie kam es dazu?


Ich meine, dass Charity heute eine Verpflichtung für Prominente ist, die Prominente kennen. Im Falle Haitis war das für mich keine Frage. Leute, die in der Öffentlichkeit stehen und in ihr etwas bewirken können, sollten helfen. Ich bin durch einen guten Bekannten, Graf Bentheim, dazu gekommen, und als Photograph hat man dauernd mit Öffentlichkeit zu tun.

Sie sind ein Mensch, der auf Worte auch Taten folgen lässt. Was motiviert Sie, sich neben Ihrem einnehmenden Beruf, auch noch so stark sozial zu engagieren?

Vielleicht ein Charakterzug von mir: ich helfe gerne. Darüber hinaus sollte ein Photograph, der einen besonderen Blick für die Wirklichkeit hat, auch soziale Probleme wahrnehmen. Ich habe das auf Bali gesehen, aber schon vorher in Russland. Es genügt nicht, die Menschen bloß abzulichten.

Wie kam es zu Ihrer Leidenschaft für die Fotografie?

Das hat sich schon zu Beginn meines Design-Studiums ergeben. Ich hatte mit Produkt-Design  zu tun, aber erst die Photographie erlaubte mir, wirklich frei zu gestalten. Ich entdeckte, dass sich mein Sehen auf die Welt erweiterte, einfach indem ich mit meiner Kamera Menschen und Dinge festhielt, gefiltert durch meine eigene Ästhetik. Hier kann ich kreativ sein.

Als Modefotograph kommt man ja viel rum. Wo fand für Sie das bisher spektakulärste Shooting statt?

Bei der Kampagne für Ed Hardy in Berlin. Es war eine tolle Erfahrung, nicht nur ein Produkt für einen internationalen Kunden, sondern auch Models angemessen zu präsentieren.

Vor Ihrer Linse tummelten sich bisher Stars wie Bruce Darnell, Peyman Amin und Barbara Meier. Wen würden Sie sich noch vor Ihrer Kamera wünschen?

Gerne würde ich den Modeschöpfer Karl Lagerfeld und den Schauspieler Morgan Freeman in Szene setzen.

Sie schießen aber auch Fotos, die nichts mit Mode zu tun haben, sondern das Leben widerspiegeln, wie die Bildstrecke aus Bali zeigt. Worauf muss man bei der Wahl solcher Fotomotive achten?

Man muss die Personen dazu bringen, sich selber auszudrücken: sie dazu ermutigen oder animieren. Jeder Mensch hat einen andern Ausdruck, der ihn unverwechselbar macht. Man muss auf die Umgebung, auf die "Bühne" achten, damit der Auftritt stimmt. Man muss den Blick für die Identität eines Menschen haben. Und man darf nichts "schönen".





Das Interview mit Stephan Rauh führte Jennifer Simon

Auktion mit Stephan Rauh