
© Mischa Filé
Als Ermittler Thomas Bossmann ist Mischa Filé der Liebling der Sat.1 Ermittlerserie Niedrig und Kuhnt.
Seit 2002 gehört der attraktive und sympathische Schauspieler zur Besetzung.
Seine Karriere begann mit dem festen Willen "ins Fernsehen zu wollen".
Nach ersten schauspielerischen Erfolgen auf Theaterbühnen in Essen und Enschede folgten Rollen in TV-Produktionen.
Mischa Filé liegt soziales Engagement sehr am Herzen.
Der gebürtige Essener setzt sich mit Herzblut für kranke und benachteiligte Kinder ein.
Herr Filé, wie sind Sie als gelernter Schlosser zum Fernsehen gekommen?
Eigentlich ganz einfach: Durch ein Casting!!!!
Damals für die Gerichtsshow „Das Jugendgericht“ (2002). Dort lernte ich jemanden aus der Entwicklungsabteilung kennen, der mich dann ein Jahr später anrief und mich zum Casting für Niedrig und Kuhnt einlud. Der Rest ist ja bekannt: Seitdem spiele ich den Kommissar „Thomas Bossmann“. Meine Güte, seit sieben Jahren schon!
Wie verläuft ein Drehtag am Set von Niedrig und Kuhnt?
Ein Drehtag beginnt für mich normalerweise um 8.00 Uhr. Als erstes müssen wir ins sogenannte Kostüm, wo wir uns für den jeweiligen Drehtag einkleiden. Darauf folgt der Besuch in der Maske, wo ich zum Glück nur drei Minuten benötige.
Unglaublich aber wahr: bis neun Uhr haben wir noch Zeit zum Frühstücken.
Die Drehorte sind immer unterschiedlich, da wir sowohl im Studio als auch draußen drehen. Mal ist man in Köln in einer Wohnsiedlung unterwegs, mal in der Innenstadt und natürlich auch häufig im Studio.
Wir arbeiten mit zwei Teams zusammen, einem Studio- und einem Außendreh-Team. Wenn wir den Drehtag gut überstehen, ist in der Regel gegen 18.30 Uhr Drehschluß. Aber Ausnahmen bestätigen die Regeln. Das rote Licht an der Kamera glühte auch schon bis spät in die Nacht, bis es dann hieß: "Danke ans Team und bis morgen!".
In Ihrer Vita ist zu lesen, dass Sie die hohe Kunst der Stuntarbeit beherrschen. Was war bisher Ihr spektakulärster Stunt und wie gefährlich ist es wirklich?
Also ich habe damals, ich glaube 2004 war es, an einem Stuntworkshop an der Stunt Schule Krefeld teilgenommen. Da haben wir echt alles gemacht. Fall aus 11 Metern Höhe, von einem Auto angefahren werden eine Schlägerei und und und.
Im TV sieht es eh immer schlimmer aus, als es in Wirklichkeit ist. Bei einer gestellten Schlägerei muss man zwar ab und an auch mal einstecken können, jedoch ist es eher eine Choreographie als eine Schlägerei. Beim Dreh, also besser gesagt bei Niedrig und Kuhnt, kann man davon nicht ganz so viel gebrauchen.
Mein spektakulärster Stunt fand vor vier Wochen statt. Ich bin privat aus einem Flugzeug aus 4.000 Metern Höhe Fallschirm gesprungen. Das hat mich vielleicht Überwindung gekostet. Aber ich kann das nur jedem empfehlen.
Sie engagieren sich auch sozial. Wer oder was liegt Ihnen besonders am Herzen und für was sollten sich Menschen, denen es gut geht und die es sich leisten können, Ihrer Meinung nach einsetzen?
Ja, das stimmt aus dem Grund mache ich ja auch hier mit. Wer oder was unterstützt werden soll ist immer schwierig zu sagen. Eigentlich alle Menschen die hilfsbedürftig sind.
Wobei mir persönlich Kinder immer sehr am Herzen liegen. Aber auch Einzelschicksale tun einem weh, wenn man von den Geschichten der Betroffenen hört.
Eigentlich hat man ja immer das Gefühl man macht zu wenig. In den letzten Jahren habe ich die Organisation Strahlemännchen sehr viel unterstützt.
Generell bin ich der Meinung: jeder sollte was tun! Ob das nun öffentlich ist, oder im Verborgenen geschieht, ist eigentlich egal. Wenn sich jeder einmal hinsetzt und überlegt, was ihm am Herzen liegt und aus dieser Überlegung heraus 5 oder 10 € im Monat aufopfern kann, dann ist das doch schon eine super Lösung. 5 oder 10 € hat doch eigentlich jeder über, oder?!
Wenn Sie in 20 Jahren auf eine erfolgreiche Schauspielkarriere zurückblicken, was würden Sie dann noch gerne tun?
Ganz ehrlich?
Ich weiß es nicht!
Ich würde mich freuen wenn die Menschen mit einem Lächeln und einem positiven Gedanken auf mich und meine Arbeit zurück blicken!
Das Interview mit Mischa Filé führte Jennifer Simon

