Seit einigen Jahren engagiert sich der Schauspieler Marcel Miller für verschiedene deutsche Stiftungen.

 

In einer Drehpause erzählt das sportbegeisterte Multitalent Stargebot im Interview, wie es zu diesem vielfältigen Einsatz kam und warum ihm Engagement und Kinder so sehr am Herzen liegen.

 

Momentan befinden Sie sich in New York bei Dreharbeiten. Zum einen sind Sie leidenschaftlicher Schauspieler in Filmen und im Theater; zum anderen produzieren Sie selbst. In welchem Bereich arbeiten Sie am liebsten und warum?

 

Ja genau, das ist richtig. Derzeit stecke ich in den Dreharbeiten zu meinem neuen amerikanischen Film „In September“, in dem ich die Hauptrolle spiele. Auch wenn ich mich, sofern die Zeit es zulässt, hundertprozentig dem Produzieren widme, bin ich ein Vollblut-Schauspieler. Ich liebe einfach die Arbeit vor der Kamera.
Die Arbeit vor der Filmkamera ist eine völlig andere, als die Arbeit im Theater und ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich das Theaterspielen nicht wirklich beherrsche. Das liegt vielleicht einfach auch daran, dass ich anders als man vermuten würde, keineswegs extrovertiert bin. Mein Können und meine Leidenschaft liegen im kleinen und authentischen Spiel vor der Kamera. Als Zuschauer mag ich Dramen am liebsten und vielleicht ist das der Grund, warum ich fast nur solche Rollen angeboten bekomme.

 

Sie sind sehr sportlich: Von Volleyball, Tennis, Kanu fahren über Boxen bis zu Segeln und Basketball spielen. War es schon immer Ihr Traum Schauspieler zu werden - oder wäre Leistungssport auch etwas für Sie gewesen?

 

Ja, ich treibe viel Sport und liebe verschiedene Sportarten. Erst letzte Woche bin ich mit Freunden aus New York outdoor klettern gegangen. Die Klippen waren 30 bis 40 Meter hoch und trotzdem haben wir sie bewältigt.
Bei diesem Extremsport kommt immer ein wenig meines Wesens durch.
Aber richtig gut beherrsche ich eigentlich nur das Reiten. Ich reite seit mittlerweile 20 Jahren (Dressur und Springen).
Und ja - die Frage ist überaus berechtigt. Nach dem Abitur habe ich zuerst eine Ausbildung als Pferdewirt begonnen. Dann wollte ich mein Hobby zum Beruf machen. Jedoch habe ich dann recht schnell festgestellen müssen, dass ich als Reiter nicht den Erfolg haben könnte, den ich von mir selbst erwarte.

 

Und wie sind sie dann letztendlich zur Schauspielerei gekommen?

 

Als Schauspieler habe ich von 1999 bis 2003 nebenberuflich gearbeitet. Ich komme ursprünglich aus dem Marketing-Bereich und habe in zwei mittelständischen Unternehmen in Niedersachsen gearbeitet.
Eigentlich wollte ich immer Konditor werden, da mein Großvater Konditor war und ich als Kind immer so gerne süße Sahne gegessen habe. Okay, die süße Sahne mag ich auch noch heute. 
Zur Schauspielerei bin ich über das Modeln gekommen. Ich wurde
von einer Hamburger Modelagentur überrumpelt, aber als dann nach bereits drei Wochen die ersten Jobs kamen, war es doch nicht so schlecht. Ganz ehrlich - die hübschen Mädels und das gute Geld haben mich überzeugt. Kurz darauf wurde ich auf die Schauspielerei angesprochen. Mit kleinen Episodenhauptrollen für das Fernsehen wurde ganz schnell meine neue Leidenschaft geweckt.
2004 habe ich dann meinen Hauptberuf an den Nagel gehängt. Dann war mir klar, dass ich Filme machen möchte und mein Geld als Schauspieler verdienen will. Und das habe ich dann auch verwirklicht. Heute erstaunt es mich fast selbst, dass ich bei all den Tiefpunkten mein Geld nun doch schon seit circa acht Jahren ausschließlich als Schauspieler verdiene.
Doch der Weg ist noch lang und meine Ziele sind groß. Von daher wird fleißig weitergekämpft.

 

Sie engagieren sich ehrenamtlich für den Verein "Kidsaid e.V" und die Michael Stich Stiftung. Woher kommt Ihr ausgeprägter Sinn, sich für benachteiligte Menschen bzw. Kinder einzusetzen?

 

Ich glaube ein ganz großer Punkt, warum ich mich engagiere, ist, dass ich selber mal ein sehr „buntes“ Leben hatte. Ich bin als kleiner Junge adoptiert worden und nun mittlerweile seit neun Jahren Vollwaise, da meine Eltern und auch die Großeltern verstorben sind. Kinder sind die Menschen, die am wenigsten für Ihre Situation können.
Für den Verein "Kidsaid" fungiere ich neben meiner überaus engagierten und
reizenden Kollegin, dem Model Tiana Pongs, als internationaler Botschafter. Als ich damals vom Verein angesprochen wurde, war mir ganz schnell klar, dass es sich bei Kidsaid um einen sehr engagierten und vor allem seriösen Charity-Verein handelt. Gerade wenn ich als Botschafter und Gesicht hinter etwas stehe, dann ist es natürlich umso wichtiger, dass alles hundertprozentig stimmt und funktioniert. Dafür bürge ich gerne mit meinem Namen, denn alle Mitarbeiter ziehen bei Kidsaid an einem Strang und wollen mit Patenschaften Kindern ein besseres Leben und vor allem eine hoffnungsvolle Zukunft ermöglichen.
Eine Patenschaft ist etwas Kleines, dass aber ganz Großes bewirkt. Wie schnell gibt man an einem Abend im Monat zum Beispiel 25 Euro im Restaurant oder in der Disco aus? Und jetzt meine Bitte an Sie und Euch: Mit 25 Euro im Monat kann schon ein Kinderleben gerettet und neues Kinderlächeln geboren werden. Ich würde mich freuen, wenn die Leser sich auf  der Website von Kidsaid informieren würden. Jede noch so kleine Spende bringt uns und die Kinder weiter. Werden Sie Pate oder unterstützen sie den Verein mit einer Spende. Für Fragen steht ihnen der Verein jederzeit zur Verfügung. Auch ich beantworte gerne per Email Fragen.

 

Als Schauspieler konnten Sie bereits international viele Erfolge feiern. Welchen Wunsch möchten Sie sich noch persönlich erfüllen?

 

Eigentlich habe ich nur einen großen Wunsch. Und das ist der wieder eine Familie zu haben. Ich liebe meinen Beruf, doch er ist gewissermaßen Mittel zum Zweck. Mein Ziel ist es, auf einem kleinen Bauernhof mit meiner Frau und unseren zwei bis drei Kindern und ein paar Tieren, wie Hühner, Schafen, Ziegen und Kaninchen, zu leben. Derzeit ist das Arbeiten und das Leben im Ausland sehr schön. Aber irgendwann werde ich meinen Traum verwirklichen, in meiner Heimat Celle, in Niedersachsen, zu leben.


 




Das Interview mit Marcel Miller führte Sarah Schlifter.



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