Sängerin Elli Erl, die Gewinnerin von "Deutschland sucht den Superstar" im Jahr 2004, spricht im Interview über ihren Alltag als Realschullehrerin, musikalische Zukunftspläne und soziales Engagement.

Die 32-jährige hat außerdem die Autobiografie "Gecastet" geschrieben, die diesen Februar im Verlag an der Ruhr erschienen ist.
Darin berichtet sie über den täglichen Castingwahnsinn.

Sieben Jahre ist es jetzt schon her, dass Sie als einzige Frau bei DSDS  gewonnen haben. Schauen Sie sich solche Formate heute noch an und was halten Sie generell davon?

Mittlerweile schaue ich mir "DSDS" wieder an. Die letzten Jahre hat es mich irgendwie nicht so interessiert, da ich viel zu sehr damit beschäftigt war, diesen Stempel wieder loszuwerden. 2008 war ich dann für einige Zeit alleine in Amerika unterwegs. Ich nenne es meinen Selbstfindungstrip. Ich habe dort Auftritte gespielt, mit interessanten und tollen Musikern Songs geschrieben und festgestellt, dass ich stolz sein kann auf das, was ich geschafft habe. Die Amerikaner fanden es jedenfalls immer toll, wenn sie mitbekommen haben, dass ich die deutsche Version von American Idol gewonnen habe und das hat mir irrsinnig geholfen. Und jetzt bin ich Musiklehrerin. Da muss ich doch auf dem Laufenden sein. Ich will ja schließlich mit meinen Schülern mitreden können.


Ihr Album "Human" erschien vor zwei Jahren. Momentan arbeiten Sie als Realschullehrerin in Düsseldorf. Wie vereint man die beiden Berufe Lehrerin und Musikerin miteinander?
Werden Sie oft von Ihren Schülern auf Ihre  Musikkarriere angesprochen?


Die ersten zwei Monate an meiner neuen Schule waren nicht unbedingt die leichtesten. Ständig sprachen mich die Schüler auf DSDS an und was noch viel schwieriger war, meinen Schülern klar machen, dass ich jetzt Frau Erl bin, und nicht die Elli. Dafür musste ich die erste Zeit wesentlich strenger sein, als ich das eigentlich sein wollte, um von den Schülern als Respektsperson wahr- und ernst genommen zu werden. Mittlerweile läuft es hervorragend und ich könnte mir keinen besseren Job für mich vorstellen.


Sieben Alben, etliche erfolgreiche Singles und Preise und nun noch ein biografischer Jugendroman. Was möchten Sie persönlich noch erreichen? Welche Ziele verfolgen Sie nach wie vor?

Erstmal will ich mein Referendariat zu Ende bringen und eine feste Anstellung an einer Schule finden. Bisher war es in meinem Leben immer so, dass sich plötzlich interessante Dinge ergeben haben, so wie es mit dem Buch war. Und so wird es auch wieder sein.


Mit Auftritten bei denen Sie keine Gage verlangen, unterstützen Sie die Arbeit des "LSVD" (Lesben- und Schwulenverband Deutschland, Anmerkung der Redaktion) und von anderen ehrenamtlichen Vereinen? Wie wichtig ist Ihnen soziales Engagement?

Wenn ich mit dem was ich gerne mache, nämlich Musik - Menschen unterstützen kann, tue ich das gerne.


Wie weit engagieren Sie sich für den Verein "burundikids"?

Für "burundikids" hab ich auch schon diverse Konzerte ohne Gage gespielt. Außerdem hab ich einen Großteil meiner Merchandise-Artikel, wie T-Shirts und Käppis an die Kids dort verschenkt. Auf meiner Seite www.elli-e.com kann man sehr schöne Bilder davon sehen.


Auf was dürfen sich Ihre Fans in naher Zukunft freuen?

Ich werde im August mit einer befreundeten Musikerin aus England eine CD aufnehmen. Es wird eine Mischung aus Live- und Studioalbum mit Songs von uns beiden, gesungen alleine oder im Duett. Wir werden sehen. Ehrlich gesagt lassen wir das auf uns zukommen. Ansonsten besucht meine Homepage. Dort findet ihr alle aktuellen Auftritte und was ich sonst so mache...

 
 
 




Das Interview mit Elli Erl führte Sarah Schlifter.

Die Organisation