Seit Januar 2007 ist Reiner Unkel als Bereichsvorstand der DOUGLAS HOLDING AG für die Parfümeriesparte verantwortlich.

Mit Stargebot sprach er in der Unternehmenszentrale in Hagen über das soziale Engagement von Douglas und welche Dinge ihm persönlich dabei sehr am Herzen liegen.

Douglas engagiert sich seit längerer Zeit für DKMS LIFE. Wie kam es zu dieser Kooperation?

 

Ich habe die Gründerin von DKMS LIFE, Claudia Rutt, bei einem Abendessen in München kennen gelernt. Die Geschichte von DKMS LIFE und das Engagement von Frau Rutt hat mich sehr beeindruckt und nachdem ich einmal ein Kosmetik-Seminar mit an Krebs erkrankten Frauen besucht habe, ist meine Achtung vor der Arbeit von DKMS LIFE noch einmal gestiegen.

Ich finde es enorm wichtig, wie dort den betroffenen Frauen in einer angenehmen Atmosphäre ein Stück Lebensfreude wiedergegeben wird. Wenn einer Frau die Haare ausfallen, sie die Wimpern und Augenbrauen verliert und die Haut durch die Chemotherapie grau und fahl ausschaut – diesen Frauen dann eine Hilfestellung zu geben, wie sie mit ein wenig Make-up ihr Aussehen positiv verändern können und sich dadurch auch besser fühlen – das ist wirklich toll.

Leider ist das Thema Charity in Deutschland in Unternehmen noch nicht so stark ausgeprägt wie zum Beispiel in den USA oder England.

Ich bin davon überzeugt, dass sich das bei uns auch ändern wird – in einigen Jahren wird dieses Thema auch in Deutschland ein anderes Gewicht haben.

Ist soziales Engagement für ein Unternehmen wie Douglas Pflicht?

Auf jeden Fall. Ein erfolgreiches Unternehmen wie Douglas hat neben seiner Verpflichtung den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern oder den Aktionären gegenüber auch eine gesellschaftliche Verantwortung. Wir müssen Wege finden, den Menschen zu helfen, denen es gerade – aus welchen Gründen auch immer – nicht so gut geht und die unsere Unterstützung benötigen.

Wenn ein Unternehmen ein soziales Engagement eingeht, dann muss es allerdings auch wirklich davon überzeugt sein – und zwar nicht nur die Unternehmensleitung, sondern das gesamte Management sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Denn diese müssen das Engagement alle mittragen. Nur so kann man als Unternehmen ein authentisches, soziales Engagement umsetzen. Wir haben mit DKMS LIFE eine Organisation gefunden, bei der wir uns nicht nur finanziell engagieren, sondern mit allen Stärken unseres Unternehmens einbringen können.

Wir haben viele Mitarbeiterinnen in unseren Parfümerien, die DKMS LIFE-Seminare durchführen. Wir können unsere über 450 Parfümerien in Deutschland als Kommunikationsfläche nutzen und bieten dort Kooperationsprodukte an, von deren Erlös ein Teil an DKMS LIFE geht. Und wir unterstützen als Hauptsponsor den DREAMBALL, die glamouröse Gala-Veranstaltung von DKMS LIFE, die die wichtige Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die Arbeit von DKMS LIFE lenkt.

Hat sich durch dieses Engagement für an Krebs erkrankte Frauen auch Ihre eigene Einstellung zu gewissen Dingen geändert?

Ja, das würde ich schon sagen. Im Januar dieses Jahres ist mein Vater verstorben – er litt unter anderem an einer Krebserkrankung. Da kommen viele Dinge in einem hoch. Da denkt man über sein Leben nach und stellt fest, wie dankbar man sein muss.

Ich bin in einer Zeit ohne Krieg, ohne Hunger und Not aufgewachsen. Mit Hilfe der Medizin sind heute viele Dinge heilbar und mit bestimmten Erkrankungen kann man heute länger überleben. Das sind alles tolle Errungenschaften. Diese Werte zu schätzen und nicht als alltäglich hinzunehmen – das habe ich in den vergangenen Jahren – auch durch das Engagement für DKMS LIFE - sehr intensiv gelernt.

Stichwort soziales Engagement von Unternehmen in Deutschland – würden Sie sich hier manche Dinge anders wünschen?

Ich denke, das muss jedes Unternehmen für sich selbst entscheiden und mir steht es nicht zu, hier Ratschläge zu erteilen. Aber die Frage, wie Menschen ein Unternehmen wertschätzen, welche Marke sie gut oder schlecht finden, zu welchem Unternehmen sie sich hingezogen fühlen, wird einerseits immer von den Produkten und Leistungen des jeweiligen Unternehmens abhängen.

Es werden aber zunehmend auch andere Faktoren hinzukommen, nämlich die Frage, wie ein Unternehmen tickt und welche Werte es verfolgt. Und da gehört für mich ein authentisches, soziales Engagement unbedingt mit dazu. Von daher werde ich dieses Thema auch immer weiter verfolgen.

 



Das Interview mit Reiner Unkel führte Corinna Busch