Isabel Edvardsson - die blonde Tänzerin, die früher eine Streberin in der Schule war und eigentlich Meeresbiologin werden wollte.

Seitdem sie ihre Profitanzkarriere an den Nagel gehängt hat, ist der Terminkalender randvoll mit Anfragen für Model- und Moderationsjobs, privaten Tanzstunden und vielem mehr.
Im Interview mit Stargebot - Your Charity World gibt die sympathische Schwedin Privates von sich preis und verrät, was sie so richtig wütend macht.

 

 

Im Alter von 13 Jahren haben Sie sich für das Tanzen entschieden. Ich wusste als Kind oder Jugendliche nicht, was ich später mal erlernen möchte. War das denn schon immer Ihr großer Traum?

Nein, eigentlich nicht. Das kam bei mir nicht von 0 auf 100. Im Alter von 14 bin ich schon fünfmal die Woche zum Training gegangen. Mit 16 oder 17 klappte das Tanzen immer besser und dann habe ich mich dazu entschieden aus meiner Leidenschaft den Beruf zu machen. Als Kind war es eigentlich mein Traum Meeresbiologin oder Make up-Artist zu werden.

 

Und wie war das mit der Schule zu vereinbaren? Sie hatten doch kaum noch Zeit zum Lernen?

Doch, doch das ging schon. Ich war eine richtige Streberin und hatte fast immer Einsen in der Schule. Ich habe im Bus oder der Straßenbahn bis nachts um 1 Uhr gelernt. Das hat gut zusammengepasst.

 

2007 haben Sie sich endgültig dazu entschieden Ihre Profikarriere zu beenden, damit Sie unter anderem mehr Zeit für den Tänzernachwuchs haben. Vermissen Sie es heute manchmal Turniere zu tanzen?

Nein, gar nicht. Es war definitiv die richtige Entscheidung. Ich liebe ja noch immer das Tanzen und das wird sich nicht ändern. Mein Tanzpartner und ich trainieren jetzt nicht mehr ganz so häufig wie früher, aber wir treten ja immer noch viel bei Tanzfesten oder in Tanzschulen auf. In drei großen Sportvereinen in Braunschweig, Hannover und Kassel sind wir fest angestellt und lehren dort andern das Tanzen. Außerdem kommt noch dazu, dass ich viel ins Fitnessstudio gehe. Das kann man zwar mit dem Tanzen nicht vergleichen - denn als Lehrerin spricht man ja auch viel und zeigt Übungen. Mein Hauptjob ist es ja, freiberuflich als Trainerin in Tanzvereinen und Tanzschulen zu arbeiten. Zusätzlich gebe ich Privatstunden oder tanze bei verschiedenen Veranstaltungen und Bällen. Es ist immer etwas zu tun.

 

Sie haben 2006 in der RTL-Show "Let's Dance" den Titel geholt, saßen 2010 selbst in der Jury, moderieren, schauspielern und sind Werbegesicht für verschiedene Marken. Was fehlt Ihnen noch zum persönlichen Glück?

Eigentlich habe ich alles, was ich mir wünschen kann und bin damit sehr glücklich. Das Singen würde noch fehlen (lacht). Ein großer Traum von mir ist es, irgendwann mal eine eigene große Tanzschule zu eröffnen. Aber da stellt sich die Frage, wo. Und man muss ständig vor Ort sein. Mein Tanzpartner und ich arbeiten ja beide in Vereinen und da können wir uns gegenseitig unterstützen. Wenn ich irgendwann mal zur Ruhe kommen werde und Schluss mit dem Reisen ist, dann kann man so etwas Professionelles irgendwann einmal umsetzen.

Auch der Bereich Schauspielerei würde mich sehr interessierten. Ich habe feste Angebote in Soaps bekommen, aber dann hätte ich ja keine Zeit mehr fürs Tanzen. Da muss man immer parat stehen. Eine Gastrolle in einem Film wäre schon ein Traum. Momentan ist es besser, wenn ich selbst entscheiden kann, wann und wo ich bin.
Das Modeln kann man auch nicht unbedingt planen. Wenn ein Produkt zu einem passt und die Nachfrage da ist, dann ist das natürlich gut.

 

2010 haben sie den RTL-Spendenmarathon unterstützt, Sie engagieren sich für die Manuel Neuer Kids Foundation, die Giovanne Elber-Stiftung und für Lebensherbst e.V. Woher kommt Ihr Sinn anderen Menschen zu helfen?

Ich denke, das kommt von der Erziehung meiner Eltern. Ich komme aus keiner reichen Familie. Es war ganz normal, dass Mama und Papa den ganzen Tag arbeiten müssen. Sie haben mir gezeigt, dass man sparsam mit Geld umgeht und wie privilegiert unser Leben ist. Für mich ist es Luxus selbst entscheiden zu können, was man darf und sich eine Arbeit aussuchen zu können, an der man sogar noch Spaß hat. Die meisten Menschen im Leben können gar nichts entscheiden. Ich komme aus Schweden - und das gilt als Land der Gerechtigkeiten.
Ich habe immer das Gefühl, dass man anderen helfen soll. Wenn anderen etwas Ungerechtes geschieht, da werde ich richtig sauer.

 

Wenn Sie an die Vergangenheit denken - welches Projekt hat Sie am meisten berührt und warum?

Da kann ich keins herauspicken. Die sind alle wichtig. Bei dem Verein Lebensherbst geht es darum alten Menschen ein würdiges Leben zu geben. Und das ist doch genauso wichtig, wie der Spendenmarathon oder die Situation in Afrika. Für mich ist dieser Fall von Hungersnot eigentlich das Schlimmste, was passieren kann. Keines der Kinder, die dort vom Hunger bedroht sind, kann etwas für die Situation.
Ich finde es toll, wie Manuel Neuer mit seiner Stiftung hilft. Er ist ein toller Mensch und hat gute Möglichkeiten anderen zu helfen. Wirklich genial! Er ist eine Persönlichkeit und bekannt und da hört man ihm doch gerne zu.
Man kann überall etwas einsparen; das kann wirklich jeder. Zum Beispiel kann man sich den ganzen Monat das Geld für Taxifahrten sparen und einfach mit der Bahn fahren. Am Ende des Monats hat man z.B.100 Euro übrig.
Ich finde, dass jeder, der die Möglichkeit hat, helfen sollte. Wenn jeder auch nur einen kleinen Geldbetrag spendet, dann kann man so viel bewegen.

 

 




Das Interview mit Isabel Edvardsson führte Sarah Schlifter

 

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