Die 35jährige zierliche blonde Frau mit den braun-grünen Augen hat mehr zu bieten als nur Sexappeal. Die Moderatorin und Schauspielerin aus dem westfälischen Ahlen besticht vor allem durch ihr umfangreiches soziales Engagement, das sowohl Kinder in Not umfasst, als auch vom Aussterben bedrohte Tiere.

Sie sind sehr viel unterwegs – wo haben wir Sie gerade erwischt?

„Ich bin noch für einen Moment zuhause in Hamburg und begebe mich dann auf den Weg nach Jordanien. Ich werde für  N-TV die Reisedokumentation „Das ist mein Jordanien“ drehen. 9 Tage begleitet mich ein Kamerateam durchs Land, um die Natur, Kultur, Sitten, Gebräuche und Leute zu erkunden. Ich reise gern, komme gerade erst aus Indien wieder, aber vor allem natürlich auch für meine Charity-Projekte.  Im vergangenen Jahr fuhr ich zum Beispiel die kanadische Ostküste entlang – von New Brunswick, Newfoundland & Nova Scotia bis nach Prince Edward Island. Das Ganze in Kooperation mit der CTC – Canadian Tourism Comission -  und der WDCS, die ´Whale and Dolphin Conservation Society`, deren Botschafterin ich bin. Die WDCS ist die größte internationale gemeinnützige Arten- und Tierschutzorganisation und kümmert um die Rettung von Walen und Delfinen. Die Wale sind in ihren Lebensräumen extrem bedroht. Das finde ich entsetzlich und dagegen muss etwas getan werden.“

Sie unterstützen einige ausgewählte Organisationen. Gab es eine Initialzündung in Ihrer Kindheit?

„Meine Engagements haben tatsächlich auch viel mit mir zu tun. Wenn man betroffen ist und mit bestimmten Themen auch selbst konfrontiert wird, kann man Hintergründe besser verstehen. Der Ursprung liegt aber in meiner Familie. Meine Mama ist Kindergärtnerin und ich habe drei Brüder. Oft kamen Freunde zu Besuch. Wir waren also selten unter 10 Kindern zu Hause, die spielten, sich stritten und Gedanken austauschten. Ich fand diese „Kampfausbildung“ und „Lebensschule“ sehr wichtig. Ich hatte also immer mit Kindern zu tun und wollte mich auch immer mit Kindern beschäftigen. Später in den Ferien, während des Studiums, habe ich mit großer Leidenschaft Kinder aus sozialschwachen Familien betreut und bin mit ihnen als Jugendgruppenleiterin in die Ferien gefahren. Die ersten, die mich  konkret ansprachen waren die deutschen SOS Kinderdörfer. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt bereits zwei internationale Patenkinder – eines aus Sri Lanka und eines aus Indien. Das alles war lange, bevor ich überhaupt mit dem Fernsehen angefangen habe. Wie heißt es so schön: Kinder sind unsere Zukunft. Sie haben sich bewährt, diese Einrichtungen, in denen Kinder psychologisch und pädagogisch betreut werden. Es gibt weltweit einfach zu viele notleidende Kinder. Ich bin gerne Botschafterin der deutschen SOS Kinderdörfer.“

Man sah Sie beim `Dreamball` 2008, einer Spendengala zugunsten Krebskranker Frauen. Da haben Sie über Ihr Schicksal gesprochen. Wie geht es Ihnen heute?

„Ich bin gesund und es geht mir sehr gut. Das ist ein Geschenk und darüber bin ich sehr glücklich. Aber es war ein schlimmer Moment in meinem Leben, als ich unter der Dusche zum ersten Mal einen Knoten in meiner Brust tastete. Ich war damals gerade 20 Jahre alt. Ich sprach mit Freundinnen darüber und war erstaunt, dass die meisten gar nichts über diese Krankheit wissen, weil alle denken, sie sind ja noch so jung, das kann doch gar nicht sein. Darum tasten sich viele nicht selbst ab oder vernachlässigen eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung. Man sollte nicht in Panik verfallen, aber, und das habe ich daraus gelernt, man sollte sich selbst regelmäßig kontrollieren. Jeder von uns kennt seinen Körper einfach viel besser als ein Arzt, den man vielleicht 1mal im Jahr aufsucht. In den letzen Jahren musste ich mehrfach unters Messer und jedes Mal zitterte ich vor dem Ergebnis. Ich wusste vor der OP nicht, ob es gut oder böse ausgehen würde. Ich hatte bisher großes Glück. Alle Befunde waren bis zum heutigen Tag gutartig. Andere in meinem  Freundeskreis hatten nicht so viel Glück. Krebs und im besonderen Brustkrebs ist eine heimtückische Krankheit. Das schaffen nur die wenigsten allein. Deshalb bin ich auch gerne Gast bei der jährlichen Spendengala `Dreamball` in Berlin, wo nicht nur Geld gesammelt wird, sondern Betroffene prominente Unterstützung bekommen und Ihnen Wege gezeigt werden, trotz Krankheit den Kopf hoch zu halten und Schönheit und Selbstbewusstsein zu demonstrieren.

Sie engagieren sich auch aktiv im Bereich der Aids Aufklärung. Die Kampagne, die Sie im letzten Jahr unterstützt haben, setzt ein wenig auf Schockeffekte – war das beabsichtigt?

„Ich habe mich entschlossen, Vereine wie „Regenbogen EV“, für die ich im letzten Jahr die TV und Print Kampagne „Ich habe Aids…nicht vergessen“  http://www.vergissaidsnicht.de/ gemacht habe, zu unterstützen, weil mir das Konzept und die Rangehensweise an das Thema gut gefällt. Wir wollen alle Gesellschaftsgruppen erreichen und über diese unheilbare Krankheit aufklären. Wenn man bedenkt, das seit 2001 die HIV-Neuinfektionen hierzulande um 81 Prozent gestiegen sind, sich im Durchschnitt täglich 8 Menschen mit HIV infizieren, ist es unverständlich, dass AIDS zunehmend in Vergessenheit gerät. Wir wollen, dass diese Krankheit, als Gefahr wahrgenommen wird.  Viele glauben, AIDS kommt nur in Randgruppen vor. Das stimmt nicht. AIDS ist ein gesamtgesellschaftliches Problem. Und Geständnisse wie `Ich habe Aids` schockieren zunächst. Die Leute hören zu und das war unsere Absicht bei der Kampagne 2008. Ich unterstütze ebenfalls Vereine wie die Michael Stich Stiftung oder die Deutsche AIDShilfe – z.B. in meiner Heimatstadt Ahlen. Es geht um die Sache – nicht um den Absender!

Finden Sie bei so viel Engagement überhaupt noch Zeit für Ihre berufliche Karriere als Moderatorin und Schauspielerin?

„Ja, doch – ich teile mir den Tag gut ein. Er beginnt oft morgens um 6 und endet nicht selten spät abends oder nachts. Für die Charity-Projekte die ich unterstütze investiere ich gerne meine oft knappe Freizeit. Es ist schließlich eine Herzensangelegenheit.

Das Interview mit Nova Meierhenrich führte Katrin Hampel

 

Auktion