Frau Mitra, Sie unterstützen Stargebot mit einer Auktion und helfen damit dem Harburger Löwenhaus. Woher kommt Ihr soziales Engagement für benachteiligte Kinder?

Es ist mir eine große Herzensangelegenheit, benachteiligten Kindern zu helfen. In meinem Familien- und Freundeskreis gibt es viele Lehrer. Daher sind die Bedürfnisse, Sorgen und Ängste von Kindern schon immer ein großes Thema in meinem Leben gewesen. Die vielen Gespräche, aber auch die Klassenausflüge, die ich begleitet habe, und die Unterrichtsstunden, bei denen ich dabei war, haben meine Sichtweise sensibilisiert. Kinder brauchen um glücklich zu sein, Geborgenheit, Liebe und Aufmerksamkeit. In Deutschland gibt es bedauerlicher Weise jedoch viele Mütter und Väter aus sozialschwachen Milieus, die mit ihren Kindern hoffnungslos überfordert sind. Wer beispielsweise in einem Umfeld aufwächst, welches geprägt ist von Arbeitslosigkeit, Drogen oder Gewalt, kann wenig Selbstbewusstsein entwickeln, hat kaum Aussicht auf gute Bildungschancen und nicht selten kennen diese Kinder schon Hunger und Resignation. Diesen Kindern muss geholfen werden!

Kinderarmut in Deutschland. Was lässt sich Ihrer Meinung nach dagegen tun?

Ganztagsschulen halte ich für einen sehr guten Ansatz. Lehrer hätten mehr Zeit, um individuell auf einzelne Kinder einzugehen. Außerdem gäbe es für jedes Kind regelmäßig eine warme Mahlzeit, Hausaufgaben-Hilfe und kreative Freizeitgestaltung. Dies alles wäre aus meiner persönlichen Überzeugung  schon ein wichtiger Schritt, um Kinder aus sozialschwachen Familien in ihrer Entfaltung zu unterstützen. Auch würden durch Ganztagsschulen viele Eltern entlastet. Sie könnten sich besser auf ihre Arbeit oder einen Neueinstieg ins Berufsleben konzentrieren. Diese Ziele stehen ja auch hinter der Arbeit und dem Angebot des Harburger Löwenhauses, für welches ich mich persönlich regelmäßig vor Ort engagiere.

Welche Projekte liegen Ihnen noch am Herzen?

Die Stiftung „Heinz der Stier“ von Schauspieler Heinz Hoenig hilft traumatisierten Kindern und Jugendlichen, die Opfer und Zeuge von Gewalt wurden, wieder auf die Sonnenseite des Lebens zu finden. Ausgebildete Therapeuten und Pädagogen organisieren Ausflüge und Projektwochen. Die Kinder und Jugendlichen erleben in der Gemeinschaft Anerkennung und neues Selbstvertrauen. Immer, wenn Heinz Hoenig Unterstützung braucht, um auf die wichtige Arbeit seiner Stiftung aufmerksam zu machen, bin ich gern dabei zu helfen.

Als Fitness- und Livestyle Expertin, wie sieht es aus mit der Fitness der Deutschen?

Grundsätzlich denke ich, dass die Deutschen ein Volk sind, das sich gern bewegt. Wenn ich unterwegs bin, sehe ich häufig Menschen, die spazieren gehen, Fahrrad fahren, joggen, den Hund Gassi führen oder ihren Garten trimmen. Diese Art der Bewegung ist schon sehr viel Wert, reicht aber leider nicht immer aus, um auch das tägliche XXL Menü aus der Kantine zu „verstoffwechseln“. Es ist in Deutschland für viele wie im Schlaraffenland: man muss sich nicht bewegen und das Essen wird einem dank Internet-Shopping und Lieferservice direkt nach Hause gebracht. Im Märchen vom Schlaraffenland wurde jedoch leider der Teil weggelassen, in dem die Menschen Diabetes bekommen. Nun heißt es umdenken und Sport treiben. Das ist am Anfang unbequem und das gefällt natürlich nicht jedem. Dabei gewinnt man mit Bewegung, die einem Spaß macht, so viel positives Lebensgefühl! Der Körper schüttet Glückshormone aus und man wird auch in der Schule und im Beruf konzentrierter und leistungsfähiger. Das ist beispielsweise auch einer der Gründe, warum ich mit den Kindern im Harburger Löwenhaus turne, tobe und Pilates mache.

Ein Ampelsystem auf „schlechten“ Lebensmitteln soll Verbraucher auf besonders kalorienhaltige Lebensmittel hinweisen und vor allem Kinder vor einer schlechten Ernährung schützen. Was halten Sie davon?

Nicht jeder kennt sich mit gesättigten, einfach ungesättigten sowie mehrfach ungesättigten Fettsäuren aus. Welche Nahrungsbestandteile sind gut, welche nicht, von welchen darf ich viel essen, von welchen weniger. Solch eine Lebensmittel-Ampel  halte ich für einen guten Anfang, um aufzuzeigen, welche Lebensmittel ungünstig sind oder einem gut tun. Schließlich gibt es viele Produkte, die auf den ersten Blick vermeintlich gesund sind und beim genaueren Hinsehen stellt sich dann heraus, dass doch z.B. enorm viel Zucker enthalten ist.

Man kennt Sie aus der VOX-Sendung FIT FOR FUN. Dort haben sie von den schönsten Orten der Welt berichtet. Was haben Sie seitdem gemacht?

Ich habe sehr jung Fernseh-Karriere gemacht. Ich war nonstop, über 10 Jahre übrigens, dauerhaft auf Sendung. Erst für MTV, u. a. lebte ich da auch in London, dann war ich für VOX Fit For Fun TV rund um den Globus permanent unterwegs und auf Sendung. 2006 entschied ich mich dann für eine Pause von der aktiven Bildschirm-Präsenz und studierte Journalistik, um mir Handwerk und Kenntnisse für die redaktionelle Arbeit anzueignen. Meine Sendung Fit For Fun TV läuft übrigens aktuell wieder sehr erfolgreich bei Premiere, bei Focus TV Gesundheit. Bereits im Oktober 2008 startete mein Engagement als Wellness-Expertin der Allianz Privaten Krankenversicherung. Einerseits zeige ich in kurzen Video-Podcasts wie viel Spaß ein gesunder Lebensstil macht, gebe Anregungen für das wöchentliche Training und Ernährungstipps. Auf der anderen Seite reise ich viel, um im Rahmen von Wellness-Weekends Vorträge zu halten und Pilates-Training zu geben. Seit Ende letzten Jahres habe ich auch ein neues Management und starte im TV-Bereich wieder voll durch. Zwei Pilote für zwei neue Sendeformate habe ich bereits abgedreht und Anfang Juli stehen sogar schon wieder Dreharbeiten für ein weiteres Projekt an. Mehr kann ich aber noch nicht verraten.

Das Interview mit Nandini Mitra führte Valerie von Schiling

 

 

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