Marcel Terrani ist ein in Köln lebender Künstler und Fotograf, der schon für namhafte Firmen wie Coca Cola, Mc Donald's oder Red Bull als Art Director gearbeitet hat.

Neben der Collagekunst, ist Fotografie seine große Leidenschaft. Seine Werke werden mittlerweile in der ganzen Welt ausgestellt und sind international gefragt.

Im Interview spricht Marcel Terrani über seine Kunst, sein Leben und sein soziales Engagement für Dunkelziffer e.V.


Ihre Ausbildung beginnen Sie bei der Produktionsfirma Planfilm als Mediengestalter Bild und Ton. Kurze Zeit später arbeiten Sie für den Sänger Thomas D. Wie kann man sich diesen Werdegang vorstellen?

Wenn man beim Fernsehen ist, muss man das Umfeld dort lieben. Ende der 90er hat sich mit dem Privatfernsehen viel verändert. Irgendwann habe ich mich nicht mehr als Teil dieser Welt gesehen, also habe ich mich selbstständig gemacht.

Schon während dieser Zeit stellte ich meine Kunstwerke aus. Irgendwann erhielt ich dann ein Angebot der Firma Okinawa 69, die meine Collagen gesehen hatten. Sie baten mich für eine Band aus der Eifel ein CD-Cover zu entwerfen. Ich war natürlich sofort begeistert und gerne bereit einer Newcomer Band aus meiner Heimat zu helfen. Bewusst hielt ich die Kosten für das Collage-Cover klein. Als ich dann erfuhr, dass es sich bei der Band tatsächlich um den Star Thomas D. handelte, fühlte ich mich leicht hintergangen - ob beabsichtigt oder unbeabsichtigt sei dahin gestellt.

Heute kann ich darüber lachen. Aus solchen Situationen kann man nur lernen.

Sie beschäftigen sich sehr erfolgreich mit der Kunst der Collage. Dahinter steckt viel Arbeit. Können Sie den Entwicklungsprozess eines Bildes kurz beschreiben?


Zunächst suche ich Elemente aus den verschiedensten Medien zusammen, zum Beispiel Zeitungsausschnitte und eigene Fotografien. Per Hand füge ich die einzelnen Teile zusammen, bevor ich sie mit Photoshop digitalisiere. Mit einem eigenen Druckverfahren übertrage ich das Bild dann auf Leinwand. Die Stellen, die danach noch frei bleiben, bemale ich mit der Hand. Das Finishing besteht entweder aus Sterlingsilber oder Blattgold.


Wie sind Sie zu dieser Art der Kunst gekommen und wie lange benötigen Sie für ein fertiges Bild?


Der Künstler Mimmo Rotella war ein großes Vorbild für mich. Er gilt als der Urvater der Decollage und ich habe ihn noch zu seinen Lebzeiten bei einer Vernissage in Köln kennenlernen dürfen. Meine Bilder orientieren sich an seinen aber auch an anderen (Collage)Techniken. Durch moderne Verfahren, die ich anwende, werden diese alten Techniken in die Neuzeit transportiert.

Als Künstler kann man nie sagen, wie lange es dauern wird, ein Bild fertig zu stellen. Neben einer ausgefeilten Technik, geht es natürlich immer um ein zentrales Thema, das durch das Bild transportiert werden soll. Manchmal brauche ich ein Jahr, manchmal eine Woche.


Ihre Fotografie ist einzigartig und wurde beispielsweise in der Talkshow von Markus Lanz vorgestellt. Stars wie Eva Habermann, Alexandra Kamp oder Udo walz standen schon für Sie vor der Kamera. Bekommt man als Fotograf ein anderes Auge für seine Umwelt?

Nein, dieses Auge muss man bereits haben. Fotos kann jeder schießen, aber gute Fotos nur die wenigsten. In Deutschland gibt es mittlerweile mehr Kameras als Einwohner, ginge es allein danach, wären wir alle Fotografen. Ich vergleiche die Fotografie gerne mit einer Waffe: nicht die Waffe tötet, sondern der Finger am Abzug. So ist es auch mit dem Foto: den Auslöser kann jeder drücken, aber mit einem Bild den Moment authentisch einzufangen, das macht den Unterschied.

Was ist für Sie persönlich Ihr größter beruflicher Erfolg?

Mein größter beruflicher Erfolg ist die Tatsache, dass ich jeden Tag meiner Leidenschaft nachgehen und davon gut leben kann. Das ist echter Luxus für mich.

Seit kurzem kann man auf www.terrani-people.com ein Fotoshooting mit Ihnen buchen und gleichzeitig etwas Gutes tun. Teilerlöse gehen nämlich an Dunkelziffer e.V. Wie kam es zu diesem Engagement?

Ich habe mich schon immer für Kinder engagiert. Damals bin ich ehrenamtlich als Nikolaus in Kindergärten sozial benachteiligter Familien aufgetreten. Als dann mein Sohn auf die Welt kam, ist mir die Verantwortung für unsere Kinder noch bewusster geworden. Als Person der Öffentlichkeit, war es für mich nur eine Frage der Zeit, bis ich mich auch öffentlich für eine Organisation einsetzte. Das habe ich nun mit meinem Engagement für den Dunkelziffer e.V. getan.

Was sind Ihre derzeitigen Projekte?


Derzeit (27. Mai- 30. Juni) läuft in der Kunsthalle Lindenthal (Köln) eine Ausstellung der Sammlung Zugweg. Die Sammlung der Schule Zugweg zeigt Kunstwerke, die ihr im Laufe der Jahre als Schenkung vermacht worden sind. Neben meinen, werden Werke von Cornel Wachter, Boris Becker, Gerhard Richter, Sigmar Polke oder Street-Art Künstler Banksy gezeigt.

 

 




Das Interview mit Marcel Terrani führte Kathrin Sprotte

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