Jochen Schropp ist Deutschlands schönster Pathologe – zumindest in der ARD Krimireihe "Polizeiruf 110". Der smarte Schauspieler spielt die Rolle des "Dr. Stabroth". So einen wie ihn wünscht sich so manche Frau als Schwiegersohn – charmant, gutaussehend, gebildet und humorvoll. Genau diese Eigenschaften machen Jochen Schropp zu einem der gefragtesten Schauspieler – ob in Liebesfilmen, Komödien oder Krimis – der das ganze Repertoire beherrscht. Im Interview mit stargebot.de erzählt der Wahlberliner, was ihm wirklich wichtig ist.
Sie engagieren sich für "Junge Helden e.V." – wie ist es dazu gekommen?
Ich habe über eine Kollegin die Gründerin der "Jungen Helden", Claudia Kotter, kennen gelernt. Nach dem ersten Gespräch war mir klar, dass ich dabei sein möchte. Junge Helden betreiben Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Organspende, und informieren nicht nur in Print und TV über das Thema, sondern versuchen auch spielerisch Jugendliche und junge Erwachsene durch Schulbesuche, Konzerte und auf Sportevents oder Parties auf das Thema aufmerksam zu machen.
Viele Menschen finden Organspende gut und doch haben nur wenige einen Spenderausweis. Woran liegt das und wie kann man Ihrer Meinung nach die Berührungsängste bei diesem Thema nehmen?
Junge Helden macht schon eine ganze Menge, um über das Thema zu informieren, aber natürlich kann es nie genug Aufklärungsarbeit geben. In anderen Ländern wird auf dem Führerschein oder seinem Personalausweis angegeben, ob man Organspender ist. Somit wird mit dem Thema zwangsläufig beschäftigt.
In Deutschland muss man Eigeninitiative zeigen, wenn man einen Organspendeausweis möchte. Dabei bekommt man ihn in jeder Apotheke, beim Arzt oder sogar im Internet unter www.organspendeausweis.org. Leider wissen das immer noch viel zu wenige Menschen. Uns ist wichtig mit Interessierten über das Thema zu sprechen. Man kann schließlich auch gewisse Organe ausklammern, die man nicht spenden möchte. Und man darf sich auch dagegen entscheiden. Wichtig ist, eine Meinung zu haben!
Was fällt Ihnen zum Thema "Krebsvorsorge" ein?
Wie auch Organspende ist die Krebsvorsorge ist ein wichtiges Thema, über das sich viele junge Erwachsene keine Gedanken machen. Mein Großvater und mein Vater sind beide mit Mitte fünfzig an Krebs erkrankt und gestorben. Es war furchtbar, meinen Vater leiden zu sehen. Obwohl mein Vater familiär vorbelastet war, dachte bei den ersten Beschwerden keiner an Krebs. Am Anfang wurde mein Vater fehldiagnostiziert, und es hat Monate gedauert, bis man vom Harnstein auf ein Karzinom kam. Da ich erst 30 bin übernimmt meine Krankenkasse die Vorsorge nicht, aber es ist mir wichtig mich einmal im Jahr durchchecken zu lassen, und im Hinterkopf zu haben, meinen Körper aufmerksam wahrzunehmen - ohne ein Hypochonder zu sein!
Sie sind ein facettenreicher Schauspieler – vom Bösewicht bis zum romantischen Helden haben Sie schon alles gespielt. Was haben Sie noch nicht gespielt?
Es gibt so vieles, was ich noch nicht gespielt habe. Ein manipulativer Intrigant würde mir sehr viel Spaß machen oder gar ein Hochstapler. Das Schöne an meinem Beruf ist ja, dass man mit dem Älter werden auch immer wieder neue Rollen spielt. Früher war ich der Jugendliche, mittlerweile trage ich teilweise Anzüge und arbeite in wichtigen Positionen und bald werde ich auch Väter spielen können! Ich freue mich über jede Rolle, auch wenn sich ein Genre wiederholt, denn die neuen Konstellationen mit den Kollegen und der Drehort machen jede Rolle einzigartig.
Wer ist Ihr schauspielerisches Vorbild?
Ganz pathetisch gesagt: das Leben! Es gibt nichts spannenderes, als Leuten auf der Straße im Alltag zu beobachten. Deshalb sehe ich mir auch gerne Dokumentationen und manchmal auch Doku-Soaps im Fernsehen an.
Manche Charaktere sind so unglaublich, dass jeder zu Dir als Schauspieler sagen würde "Das ist aber ganz schön überzogen gespielt" – aber es gibt ja wirklich die unglaublichsten Menschen mit ihren Geschichten. Insofern schätze ich natürlich Meryl Streep, weil sie es schafft Figuren zu kreieren, die in ihren Eigenarten einzigartig sind. Sean Penn und Johnny Depp fallen mir da als männliche Kollegen ein.
Das Interview mit Roswitha Schreiner führte Flavia Fauth

