
© Delia Photography
Janine Steeger, die der Sendung "explosiv - Das Magazin" eine besondere Note verleiht, ist soziales Engagement sehr wichtig.
Seit Jahren fungiert sie als Botschafterin von Kinderschutzengel e.V. und setzt sich in diesem Amt für kranke Kinder ein.
Frau Steeger, Sie moderieren zur Zeit bei RTL "Explosiv - Das Magazin". Wie kann man sich Ihren Arbeitsalltag vorstellen?
Irgendwie gibt es keinen richtigen Alltag. Das ist das Tolle daran.
Dadurch, dass wir uns jeden Tag mit neuen Themen beschäftigen dürfen, ist jeder Tag anders, als der vorangegangene.
Aber natürlich gibt es Abläufe, die immer gleich sind.
Genau genommen beginnt der Tag mit Fernsehgucken - entweder im Badezimmer oder im Sportstudio. Ich komme dann gegen 09:15 ins Büro. Es folgen: Zeitung lesen, diverse Konferenzen, Besprechung der Sendung vom Vortag, Besprechung der aktuellen Sendung und das Schreiben meiner Moderationstexte.
Gegen 15:00 gehe ich ins Styling und in die Maske. Erst Klamotten aussuchen, dann geschminkt werden. Zwei Stunden vor der Live-Ausstrahlung werden die Beiträge endgültig festgelegt. Oft können wir genau so senden wie morgens geplant. Um 18 Uhr senden wir live.
Nach der Sendung gibt es noch eine kurze Besprechung. Anschließend planen wir die Sendung für den Folgetag soweit das möglich ist. Gegen 19:15 gehe ich nach Hause.
Sie sind Botschafterin des gemeinnützigen Vereins Kinderschutzengel e.V. Was hat Sie dazu bewegt gerade diesen Verein zu unterstützen?
Die Gründerin des Vereins: Jaqueline Boy!
Als es 2004 die Geiselnahme in einer Schule in Beslan gab, saß Jaqueline Boy vor dem Fernseher und war unglaublich von den Schicksalen der Kinder bewegt. Sie hat in diesem Moment beschlossen, dass sie Kindern helfen möchte. Zunächst hat sie sich um Kinder aus Beslan gekümmert.
Ich habe damals schon bei RTL moderiert und wir haben über Jaqueline und ihren großen Einsatz für diese Kinder berichtet. Jaqueline hat ihr Engagement dann sehr schnell auf deutsche Kinder ausgeweitet. Sie hilft kranken Kindern und deren Familien, indem sie Freude bereitet sowie organisatorische Aufgaben übernimmt.
Diese Frau ist deshalb so beeindruckend, weil sie mit unglaublichem Enthusiasmus an diese selbst gewählte Aufgabe rangeht und es versteht, andere Menschen mitzureißen.
Hinzu kommt, dass es unglaublich wichtig und schön ist Kinder und deren Familien unterstützen zu können die Hilfe brauchen und sich sehr darüber freuen.
Als Reporterin für "Akte - Reporter decken auf" enthüllten Sie empörende und schicksalhafte Fälle aus Gesellschaft und Wirtschaft und konnten somit Opfern helfen. Was bedeutet es für Sie zu helfen?
Ich halte es grundsätzlich für sehr wichtig anderen Menschen zu helfen. Das setzt voraus, dass man überhaupt wahrnimmt, wer Hilfe braucht. Das ist in unserer Gesellschaft ein bisschen verloren gegangen. Das finde ich schade. Auf der anderen Seite kann man natürlich nicht jedem helfen. Aber Helfen hinterläßt ja ein ganz tolles Gefühl.
Und was Helfen im Job angeht: Die Medien können schon eine große Macht haben. Und ich finde, dass man diese Macht an richtiger Stelle durchaus ausspielen sollte.
Sie sind eine Person des öffentlichen Lebens und haben das deutsche TV-Programm bereits mit verschiedenen Beitragsformaten bereichert. Welchen Stand haben soziale Projekte im deutschen Fernsehen Ihrer Meinung nach?
Ich finde, dass das deutsche Fernsehen sozialen Projekten einen großen Platz einräumt - und zwar mit Recht. Der RTL Spendenmarathon ist ein gutes Beispiel. Die Kollegen setzen sich seit Jahren und das ganze Jahr über für soziale Projekte ein und erzielen tolle Erfolge.
Selbstverständlich gibt es auch andere großartige Beispiele. Natürlich kann man sich immer noch mehr soziales Engagement wünschen. Aber ich denke, dass da im deutschen Fernsehen schon unglaublich viel bewegt wird.
Das Interview mit Janine Steeger führte Jennifer Simon


