Schon in früher Jugend hat Janine Kunze (35) an ihrer Karriere als Schauspielerin gestrickt. Bereits als 10jährige sammelte sie auf der Bühne bei Aufführungen verschiedener Kindermusicals erste Erfahrungen. Bekannt wurde die sympathische Schauspielerin mit ihrer Rolle als Tochter von Tom Gerhardt in der Kultserie "Hausmeister Krause – Ordnung muss sein".
Janine, du hattest selber eine schwierige Kindheit und bist Schirmherrin für die SOS - Kinderdörfer. Wie wichtig ist dir dein soziales Engagement?
Auch wenn manche anhand meiner persönlichen Geschichte glauben, dass ich eine schwierige Kindheit gehabt haben könnte, so kann ich nur sagen, nein, meine Kindheit war sehr schön und ich bin mit liebe- und verständnisvollen Eltern in einem sehr behüteten Zuhause groß geworden. Aber ja, es gab hin und wieder Situationen, die durch die besondere Situation einer Pflegefamilie auch nur normal sind. Ich bin mir aber auch sehr sicher, dass genau diese Situation und auch das schon immer große soziale Engagement meiner Familie dazu geführt hat, dass es für mich heute ganz normal ist, sich intensiv in diesem Segment zu engagieren.
Laut Studien haben Kinder aus sozial schwachen Familien weniger Chancen auf gute Bildung – wie kann man das deiner Meinung nach ändern?
Generell wird man davon ausgehen können, dass hier der Staat und seine Organe das verfassungsmäßig gesicherte Recht auf Bildung vollumfänglich realisieren müssten. Es wäre meiner Meinung nach aber zu einfach, diese Verantwortung komplett in den Kompetenzbereich des Staates abzugeben. Insbesondere bedeutet ja auch das Wort „Demokratie“, dass die Macht vom Volke ausgeht. Das bedeutet wiederum für mich, dass jeder einzelne von uns gefordert ist, seinen Teil dazu bei zu tragen und aktiv politisch um dieses Recht zu kämpfen.
Insbesondere müsste bereits im Vorschulalter gewährleistet werden, dass es sozial schwachen Familien finanziell ermöglicht wird, ihre Kinder problemlos in guten staatlichen Einrichtungen unterzubringen. In der darauffolgenden Grundschulzeit sollte man dies weiter subventionieren und dafür sorgen, dass insbesondere das Konzept der offenen Ganztagsschule flächendeckend bundesweit weiter gefördert wird, um auch Kinder aus problematischen sozialen Verhältnissen rund um die Uhr fachmännisch zu betreuen, damit keine Zweiklassengesellschaft produziert wird.
Durch die Förderung des offenen Ganztages hätten dann auch beide Elternteile die theoretische Möglichkeit, berufstätig zu sein, was wiederum zu einer stabileren wirtschaftlichen Lage der Familie führen würde.
Was wünscht du dir zum Thema soziales Engagement in Deutschland? Sollte sich etwas ändern?
Jeder sollte zunächst sein kleines persönliches, sowie das große weltpolitische Umfeld genau betrachten und sich in seinem Rahmen engagieren, um Bedürftigen zu helfen. Dies kann durch ein finanzielles, aber auch ein aktives persönliches Tun erfolgen. Das ist aber jedem Einzelnen selbst überlassen und ich mag auch nicht hier diejenige sein, die mit oberlehrerhaft erhobenem Zeigefinger herumlaufen möchte.
Persönliches soziales Engagement ist immer ein eigenes und kann nicht erzwungen werden. Ich glaube aber, dass je mehr Menschen sich sozial engagieren, umso mehr von diesem „Virus“ infiziert werden.
Welche Organisationen oder Stiftungen liegen dir besonders am Herzen?
Eigentlich alle seriösen Organisationen und Stiftungen. Ich persönlich unterstütze national als Botschafterin die SOS-Kinderdörfer, engagiere mich aktiv für World Vision und setze mich kommunal für die Lebenshaus-Stiftung Köln ein. Generell liegt der Focus meines Engagements in der Unterstützung von hilfsbedürftigen Kindern.
Du erwartest gerade dein drittes Kind. Was wünscht du dir für seine Zukunft?
Für meine Kinder und für alle Kinder und natürlich für alle Menschen dieser Erde wünsche ich mir eine "friedliche" Welt. Ich weiß, dass hört sich immer sehr pathetisch an, aber ich werde diesen Wunsch niemals aufgeben und alles dafür tun, dass erst in meinem kleinen Umfeld und dann vielleicht als Streuwirkung ins große Ganze dieser Wunsch aktiv weitergetragen wird.
...und natürlich wünsche ich mir für meine Kinder, wie jede Mutter, ein glückliches, gesundes und erfülltes Leben und das mein Mann und ich es schaffen, unsere Kinder zu starken, selbstbewußten und sozialen Menschen zu erziehen, die auch ihre Umwelt genau und kritisch betrachten.
Was steht für 2010 in deinem Kalender?
In der ersten Hälfte 2010 steht natürlich allein die Geburt unseres dritten Kindes und dann das gemeinsame Genießen und Erleben der neuen Situation im Vordergrund.
Ab Mitte 2010 habe ich bereits einige Film- und Fernsehprojekte auf die ich mich schon sehr freue.
Das Interview mit Janine Kunze führte Valerie von Schilling

