Inga Griese ist mit Leib und Seele Journalistin – und begeisterte Mutter und Stiefmutter von fünf Kindern. Bekannt wurde sie unter anderem durch ihre Interviews mit Monarchinnen, wie beispielsweise Königin Silvia von Schweden.

Stargebot sprach mit der Vorsitzenden des Vorstandes von Best Buddies in Berlin.

Frau Griese, wie kam es zu der Gründung von Best Buddies Deutschland?

Gegründet wurde Best Buddies international 1989 in den USA von Anthony Kenedy-Shriver. Während seines Studiums war Anthony aufgefallen, dass Menschen mit einer geistigen Behinderung nicht die gleichen Möglichkeiten haben soziale Kontakte mit Gleichaltrigen aufzubauen, wie die, die keine geistige Behinderung haben.

Zu verdanken hat Anthony seine „Antennen“ für die Belange von geistig behinderten Menschen sicherlich seiner Mutter, Eunice Kennedy-Shriver. Eine der Schwestern von Eunice wurde mit einer geistigen Behinderung geboren, und Eunice hat sich ihr ganzes Leben lang für die Integration von geistig behinderten Menschen eingesetzt. Sie hat zum Beispiel auch die special olympics gegründet – angefangen hat das ganze als Ferienveranstaltung in ihrem Garten, weil geistig behinderte Kinder damals in den USA nicht in Sommercamps aufgenommen wurden.

Anthony hatte sich immer vorgestellt, dass Best Buddies auf allen Kontinenten vertreten sein sollte. Und natürlich auch in Deutschland. Im Jahre 2005 habe ich in Berlin ein Frühstück zu Ehren von Anthony organisiert – und im Anschluss war die Gründung von Best Buddies Deutschland durch mich beschlossene Sache.

Was genau bietet Best Buddies?

Wir legen den Schwerpunkt auf die Förderung von Freundschaften zwischen Menschen mit geistiger Behinderung und nicht Behinderten. Durch einen ganz unkomplizierten, offenen Umgang miteinander gewinnen die Teilnehmer von Best Buddies ein besseres Verständnis für Menschen mit geistiger Behinderung – und die Menschen mit geistiger Behinderung einen Zugang zur Welt der Anderen, die ihnen so oft verschlossen bleibt.

Best Buddies bietet Menschen mit einer geistigen Behinderung die Möglichkeit,  soziale Kompetenzen zu erlernen. Damit erhalten sie die notwendigen „Werkzeuge“, um gesellschaftlich integriert und unabhängiger zu werden.

Wir verfolgen dabei drei Säulen: Das Schulprogramm verbindet Schüler ab der Sekundarstufe I mit gleichaltrigen Schülern mit geistiger Behinderung und Lernbehinderten in Freundschaften.

Das Citizen Programm ermöglicht erwachsenen Menschen mit einer geistigen Behinderung mit Menschen ohne geistige Behinderung aus ihrer Region Freundschaften zu entwickeln.

Das e-Buddies Programm ermöglicht eine „Brieffreundschaft“ per E-Mail – über regionale Grenzen hinaus.

Haben Sie auch einen Buddy?

Ich bekomme jetzt einen E-Mail Buddy – das schaffe ich zeitlich gut, da ich von überall auf der Welt per E-Mail Kontakt halten kann.

Wie schaffen Sie das alles – Mutter von fünf Kindern, Journalistin und Best Buddies?

Es ist alles eine Frage der Organisation. Meine Kinder sind ja inzwischen erwachsen. Und Best Buddies gibt mir soviel – es motiviert mich ernorm. Menschen mit geistigen Behinderungen sind so unverfälscht, offen und ehrlich – der Umgang mit ihnen gibt mir in unserer eher kühlen Welt sehr viel Kraft.

Manchmal werde ich gefragt, warum ich Best Buddies überhaupt mache – schließlich hätte ich genug andere Dinge zu tun. Das macht mich immer ganz fassungslos.

Wenn es einem gut geht, man eine gesunde Familie hat – dann ist es doch natürlich, dass man etwas zurück gibt. Meiner Meinung nach sollte jeder von uns etwas tun – es gibt immer noch genügend Kapazitäten. Wir sollten in Deutschland noch mehr machen und weniger quengeln – man kann auch einmal im Altersheim nebenan etwas vorlesen.

Wie finanziert sich Best Buddies?

Ausschließlich von Spenden. Ich erzähle überall von Best Buddies und hoffe auf großzügige Menschen.

Das Interview mit Inga Griese führte Corinna Busch.