Deutschlands witzigster Fernsehkoch tourt seit März 2009 mit seinem LIVE-Programm "Sushi ist auch keine Lösung!" durch Deutschland. Dabei lässt Horst Lichter allen Zuschauern garantiert das Wasser im Munde zusammenlaufen. Denn Horst Lichter macht seinen Zuschauern vor allem mit seinen unterhaltsamen und kuriosen Anekdoten aus der Geschichte des Essens und seinem Leben Appetit auf mehr.
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Herr Lichter, Sie haben ein Fernsehteam der Welthungerhilfe nach Madagaskar begleitet. Was haben Sie dort erlebt? Welche Eindrücke haben Sie gesammelt?
Zunächst ist mir bewusst geworden, in welchem Paradies wir hier in Deutschland leben dürfen. Das verpflichtet uns zu helfen. Das wichtigste ist dabei, Menschen nicht zu „füttern“, sondern ihnen die Würde und entsprechende Hilfestellung zu geben, ihr Leben selber zu meistern – eben Hilfe zur Selbsthilfe zu geben.
Was bewegt Sie dazu, anderen Menschen zu helfen? Gibt es bestimmte persönliche Erfahrungen?
Sicherlich meine eigene Geschichte: Wer selber gelitten hat, wer selber Schmerzen gefühlt hat, wer selber Hunger hatte und dann vom Glück so verwöhnt wird, wie ich, dessen innere Verpflichtung ist es, Menschen die das Glück noch nicht getroffen haben, zu helfen. Das ist für mich selbstverständlich.
Wie wird mit dem Thema „Soziales Engagement“ Ihrer Meinung nach in Deutschland umgegangen?
Manchmal wird mit sozialem Engagement, mit Spendenaufrufen etc. zu werblich oder inflationär umgegangen, so dass der ernste Hintergrund verwässert wird. Oder man fragt sich: wem kann man eigentlich vertrauen? Als aktueller Ehrenamtspate der Stadt Köln habe ich allerdings auch viele positive Beispiele kennen gelernt – Ehrenamt wird hier wirklich von unzähligen, im Stillen arbeitenden Menschen als ehrenhaftes Wirken und Hilfestellung für Bedürftige verstanden. Die Übernahme eines Ehrenamtes ist eigentlich immer eine große Hilfe – von daher wird in vielen Fällen mit dem Thema „soziales Engagement“ wirklich vorbildlich umgegangen.
Einen Tag als Bundeskanzler, was würden Sie ändern?
Ein Tag ist nicht viel… Statt eines Paragrafenstaates würde ich versuchen, einen Menschenstaat zu machen.
Sie sind mit Ihrem Live-Programm „Sushi ist auch keine Lösung“ momentan auf Deutschlandtour, außerdem sind Sie wöchentlich bei Ihrer Sendung: „Lafer! Lichter! Lecker!“ im ZDF zu sehen, wie bringen Sie all die Termine unter einen Kochlöffel?
Da ich das Glück habe, nur Dinge zu tun, die mir unfassbare Freude bereiten, habe ich die Vielzahl an Terminen noch nie als Belastung empfunden, sondern lebe mein Leben sehr bewusst.
Das Interview mit Horst Lichter führte Valerie von Schilling
