Eigentlich wollte er Journalist werden. Aber das Leben wollte es anders. Also studierte Fürst Alexander Jura und wurde im Jahre 1993 Generalbevollmächtigter der Fürstlichen Hofkammer, die das Vermögen der Fürsten zu Schaumburg-Lippe verwaltet.

Stargebot besuchte Fürst Alexander auf Schloss Bückeburg und sprach mit ihm über sein soziales Engagement.

Sie leben mit Ihrer Familie in einem Schloss, das auf 700 Jahre Tradition und Geschichte zurückblickt. Was ist die größte Herausforderung, wenn man in solch einem historischen Gemäuer lebt?

Die größte Herausforderung ist der Erhalt des Schlosses – jeden Tag werde ich vor neue Entscheidungen gestellt, manchmal auch vor unlösbare Probleme. Aber der Denkmalschutz ist mir von Kindesbeinen an bekannt – und der Erhalt dieser Anlage für meine Familie und Nachkommen ist der zentrale Teil der Verpflichtungen in meinem Leben.

Ich agiere dabei als Unternehmer – wenn man ein solches Objekt besitzt, dann muss man dafür sorgen, dass es den Unterhalt selbst erwirtschaftet. Die Zeiten, in denen man ein Schloss ausschließlich als private Residenz genutzt hat, sind lange vorbei. Deshalb geht es auf Schloss Bückeburg sehr lebendig zu – wir organisieren unter anderem Feste und Konzerte, um so den Bestand des Schlosses sichern zu können.

Soziales Engagement ist für Sie ein wichtiger Aspekt in Ihrem Leben. Wie sehen Sie dieses Thema in der deutschen Gesellschaft platziert?

Ganz so weit wie zum Beispiel in den USA sind wir noch nicht. Wenn dort jemand ein großes Vermögen hat, dann stellt er automatisch einen gewissen Betrag für soziales Engagement zur Verfügung.

Das ist in Deutschland nicht ganz so selbstverständlich – aber die Dinge bewegen sich in diese Richtung. Viele Menschen in Deutschland, die sich in der Öffentlichkeit bewegen, haben in der Regel eine Charity, um die sie sich kümmern. Und ich glaube auch, dass die meisten Menschen sich wirklich aus dem Herzen heraus engagieren. Und nicht, um sich zu produzieren.

Leider ist es in Deutschland manchmal so, dass Menschen, die sich sozial engagieren, sehr im Feuer der Kritik stehen. Diese Beobachtung habe ich bei Prominenten bereits mehrfach gemacht.

Ein Sprichwort besagt "Tue gutes und rede darüber". Folgen Sie diesem Motto – oder engagieren Sie sich eher im Hintergrund?

Beides kommt vor. Ich denke, wenn man eigenes Geld in die Hand nimmt, um etwas zu bewegen, dann sollte man nicht unbedingt darüber reden.

Aber wenn man sich konkret für Organisationen engagiert, dann sollte man das auch publizieren – denn man möchte ja schließlich das Bewusstsein für diese Organisationen und deren Wirken schärfen.

Für welche Organisationen engagieren Sie sich konkret?

Ich unterstütze zum einen die Hilfsaktion "Kinder in Not" der Deister- und Weserzeitung und des DRK-Kreisverbandes Hameln-Pyrmont und zum anderen engagiere ich mich für Interhelp - der Deutschen Gesellschaft für internationale Hilfe.

Interhelp ist eine gemeinnützige und unabhängige Hilfsorganisation. Sie unterstützt weltweit Menschen in Not – insbesondere nach schweren Naturkatastrophen wie Erdbeben und Überschwemmungen – wie jetzt gerade in Haiti. Alle Mitglieder von Interhelp arbeiten ehrenamtlich.

Mir ist es dabei sehr wichtig, mich aktiv einzubringen. Denn ich möchte immer wissen, wovon ich rede. Deshalb reise ich auch – wann immer es möglich ist – selbst in Katastrophen-Gebiete und mache mir vor Ort ein Bild. So werde ich selbst in den nächsten Wochen wieder nach Sri Lanka reisen.

Weitere soziale Aktivitäten von mir finden in Israel statt. Bereits seit meiner Jugend verbindet mich eine hohe Affinität zum Judentum. Seit einiger Zeit unterstütze ich daher die Organisation Hadassah - eine international tätige Hilfsorganisation, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den USA von amerikanischen Jüdinnen gegründet wurde. Derzeit ist Hadassah die weltweit größte und wichtigste jüdische Frauenorganisation.

Hadassah unterstützt in erster Linie die Hadassah Krankenhäuser und fünf medizinische Ausbildungsstätten in Jerusalem. Durch Hadassah wurden die Grundpfeiler des heutigen Gesundheitswesens im Nahen Osten gesetzt – ein sensationeller Erfolg. Ich unterstütze den Deutschen Freundeskreis der Hadassah, die die Organisation in Deutschland noch bekannter machen möchten. So sind wir zum Beispiel in den Planungen zu einem Charity Konzert der Hamburger Symphoniker hier bei uns im Schloss. Ich hoffe, dass das klappt.

Wie gehen Sie bei Ihren Kindern mit dem Thema soziales Engagement um?

Ganz einfach – meine Kinder sehen, was ich alles mache. Und dann können Sie sich selbst überlegen, ob sie sich daran ein Beispiel nehmen möchten oder nicht.


Das Interview mit Fürst Alexander zu Schaumburg-Lippe führte Corinna Busch.

 

 

 

 

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