Die deutsche Schwimmerin äußert sich im Gespräch mit Stargebot über ihr Engagement für Kinder, ihre Familie und weitere Projekte.
Laut der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft kann nur noch jedes dritte Kind im Grundschulalter schwimmen. Woran liegt das?
In erster Linie liegt das daran, dass auf den Schwimmunterricht in Schulen nur noch sehr wenig Wert gelegt wird. Das erste Fach, das ausfällt ist Sport oder Schwimmen und niemand prüft nach, ob die Kinder im Laufe der Grundschule auch nur einmal mit dem Sportlehrer im Wasser waren. Außerdem wird oft davon ausgegangen, dass ja sowieso jeder schwimmen kann – da wird weder von Eltern noch von Lehrern nachgehakt.
Irgendwann kommen die Kids dann in Situationen, in denen sie sich nicht mehr trauen zuzugeben, dass sie Nichtschwimmer sind und dann verschweigen sie es ihr Leben lang. Das ist natürlich, auch abgesehen vom Sicherheitsaspekt, fatal. Denn wer nie Schwimmen gelernt hat, wird auch nicht unbedingt besonderen Wert darauf legen, dass seine Kinder schwimmen können – es geht ja auch ohne. Damit ist die Gefahr des Ertrinkens das ganze Leben aktuell, verpasst man die Chance auf einen Gesundheitssport, den man bis ins hohe Alter mit geringem Aufwand betreiben kann.
Sie sind die Initiatorin des Projektes "Heidelberger Kids auf Schwimmkurs". Worum geht es in diesem Projekt?
Hauptziel dieses Projektes, das ich hoffentlich irgendwann in ganz Deutschland durchsetzen werde ist es, dass Kinder, bevor sie die Grundschule verlassen, mindestens eine Schwimmart technisch sauber schwimmen können. Es ertrinken noch immer zu viele Kinder – auch Erwachsene. Und jeder Mensch der ertrinkt, ist einer zuviel!
Zudem sind Sie stellvertretende Vorsitzende der Stiftung Deutsche Sporthilfe, engagieren sich für die "Kita-Initiative von Oppacher" und sind Schirmherrin der "Premiere Stiftung". Woher kommt ihr soziales Engagement?
Ich wollte nach meiner Schwimmkarriere einfach Dinge tun, die mir Spaß machen und an denen ich Freude habe. Es sollte ein Bezug zum Sport vorhanden sein und dabei möchte ich natürlich etwas Gutes tun. Für die Sporthilfe zu arbeiten ist eine große Herausforderung, aber am Ende profitieren Leistungssportler, die jede Hilfe benötigen – das gibt mir dann auch sehr viel zurück! Im Moment habe ich Glück, dass ich mir meine Arbeit aussuchen kann. Es macht mich auch stolz, wenn Anfragen kommen, die genau auf mich abgestimmt sind und zu mir passen. Wenn ich mich dann mit etwas identifizieren kann, ziehe ich das von Anfang bis Ende durch, ohne Punkt und Komma.
Sie haben selber einen Sohn. Was wünschen Sie sich für seine Zukunft?
Natürlich zu allererst, dass er gesund bleibt. Dann wünsche ich mir, dass er in der Zukunft den für ihn richtigen Weg einschlägt und dass er seine Wünsche und Träume verwirklichen kann. Ich werde ihn dabei so gut ich kann unterstützen.
Im März 2009 ist ihr Kinderbuch "Paul Plantschnase am Meer" erschienen, darin erzählen Sie die Geschichte von Pauls ersten Schwimmversuchen. Wie kam es zu dieser Buchidee?
Die Geschichte geisterte schon einige Jahre in meinem Kopf herum. Nur leider hat mir vorher die Zeit gefehlt und wenn ich die mal hatte, habe ich es wieder aufgeschoben. Nach der Geburt meines Sohnes war ich dann sehr animiert, nun doch endlich alles mal zu Papier zu bringen. So habe ich eines Abends die Geschichte von „Paul Plantschnase am Meer“ in meinen Laptop eingegeben und fast fertig geschrieben. Dass jetzt das Buch so eingeschlagen hat, hätte ich mir nie erträumt. Hoffentlich wird es bald eine Fortsetzung von Paul Plantschnase geben.
Welche Projekte liegen Ihnen für das Jahr 2009 noch am Herzen?
Jetzt hoffe ich, dass meine "Heidelberger Kids auf Schwimmkurs" richtig greifen und schon bald andere Bundesländer auf uns zukommen und sich ein Beispiel nehmen.
Dann liegt mir noch ein zweites Projekt am Herzen, und zwar "Fin in Motion". Bei diesem Projekt sammeln wir Spenden und hoffen auf Sponsoren, damit wir kranken Kindern eine Delphintherapie ermöglichen können. Die Tiere sind unglaublich freundlich und den Kindern sehr zugänglich. Die Kinder haben auch keine Angst vor den Tieren, sondern blühen regelrecht auf und vergessen für ein paar Stunden, dass sie so schwer krank sind.
Das Interview mit Franziska van Almsick führte Valerie von Schilling

