Eva Habermann, 33, gehört zu Deutschlands schönsten Schauspielerinnen. Die zierliche Blondine begeistert ihre Fans in romantischen Rollen und beeindruckt in rasanten Action-Szenen. Auf dem roten Teppich plaudert sie über Mode, neue Trends und Männer. Im Interview mit stargebot.de zeigt die Schauspielerin eine andere Seite und offenbart, was ihr wirklich wirklich am Herzen liegt.

Finden Sie es wichtig, dass Prominente sich öffentlich für soziale Projekte engagieren?

Sich für Menschen in Notsituationen einzusetzen, ist mir persönlich sehr wichtig - egal ob ich nun prominent bin oder nicht. Jeder kann etwas tun! Als Prominenter hat man natürlich viel mehr als andere die Möglichkeit durch seine Präsenz  in den Medien die Öffentlichkeit auf Missstände und Hilfesuchende aufmerksam zu machen. Natürlich ist alles immer nur ein Tropfen auf den heißen Stein und man kann sich auch nicht für jedes Projekt engagieren, aber wenn jeder einzelne ein bisschen was tut, kann gemeinsam viel erreicht werden.

Welche Projekte liegen Ihnen am Herzen?

Ich engagiere mich für die „Welthungerhilfe“. Ich finde das ist eine sehr gute Möglichkeit, die Menschen direkt vor Ort zu unterstützen. Die Welthungerhilfe baut z.B. Schulen und Abendschulen vor Ort, damit Kinder die Möglichkeit auf ein besseres Leben als ihre Eltern haben, indem sie lesen und schreiben lernen. Ich habe noch nie Kinder erlebt, die so aufmerksam und begeistert ihren Lehrern zuhörten und das Wissen förmlich aufsogen (Ich habe vor 2 Jahren nach einem Dreh in Indien für ein paar Tage die Tilonia-School besucht (www.welthungerhilfe.de/tilonia-school.html) Außerdem unterstütze ich in Deutschland die „Stiftung Kinderjahre“, die es ermöglicht, Kindern aus ärmeren Verhältnissen z.B. musikalisch zu fördern, damit auch diese ein Instrument lernen können und nicht aus Geldgründen darauf verzichten müssen. Damit kann man auch ein bisschen der Zweiklassengesellschaft in Deutschland, also direkt hier vor Ort entgegenwirken.

Glauben Sie, dass sich Deutschland immer mehr zu einer Zweiklassen-Gesellschaft entwickelt?

Ich bin davon überzeugt, dass es in Deutschland immer mehr arme Menschen und vor allem arme Kinder gibt. Das macht mich wirklich traurig. Denn es geht dabei nicht darum, dass sich ein Kind vielleicht nicht das neueste Handy oder tolle Markenkleider leisten kann, sondern diese Kinder haben oft nicht einmal das Geld für richtiges Mittagessen...

Täglich lesen wir von Katastrophen in der Welt – Hungersnot, Kriege, Misshandlungen etc. – was fühlen Sie dabei?

Wenn ich von solchen Sachen lese, sind meine Gefühle sehr unterschiedlich. Meist habe ich großes Mitgefühl für die Menschen, die so etwas aushalten müssen und gleichzeitig gilt ihnen auch meine größte Anerkennung dafür, unter solchen Umständen ihr Leben zu meistern. Manchmal werde ich auch richtig sauer! Wieso verhungern Menschen? Auf der ganzen Welt werden so viel Nahrungsmittel produziert, dass eigentlich kein Mensch hungern müsste. Warum schaffen es die Verantwortlichen nicht, sie gerecht zu verteilen? Alle diese Fragen bringen mich dann ins Grübeln. Das beschreibt wohl meine Gefühle am Besten.

Wie sähe Deutschland aus, wenn Sie entscheiden dürften?

(lacht) Eva Habermann, Bundeskanzlerin, klingt doch nicht schlecht. Aber im Ernst- ein Kanzler oder eine Kanzlerin hat einen schwierigen Job und ich möchte nicht mit Frau Merkel tauschen. Aber wenn ich wirklich entscheiden dürfte, dann würde ich dafür sorgen, dass kein Kind in Deutschland mehr in Armut leben muss und alle eine vernünftige Ausbildung erhalten. Ich würde Kindermitspracherechte im Grundgesetz verankern, damit sie besseren Schutz genießen und von der Politik gehört und beteiligt werden, wenn es um ihre Belange geht.

Außerdem würde ich jede Art von Waffenexport verbieten. Das klingt vielleicht naiv- aber Deutschland ist der drittgrößte Waffenexporteur der Welt. Wenn dann z.B. im Sudan mit deutschen Waffen Zivilisten getötet werden, dürfen wir uns an diesem Geschäft nicht länger beteiligen.

Sie sind eine viel beschäftigte Schauspielerin -  wie bekommen Sie Privat – und Berufsleben unter einen Hut?

Ich finde das nicht so kompliziert, weil man doch zwischen den Drehs auch wieder genügend Zeit für seine Freunde und seinen Partner hat. Wenn man fünf Filme im Jahr a 20 Drehtage hat, sind es dann doch „nur“ 100 Arbeitstage im Jahr. Es bleibt zwischendurch doch auch Zeit für anderes. Da mein Freund Beleuchter ist, gelingt es mir auch hin und wieder ihn in ein Projekt einzubinden, an dem ich gerade drehe, so dass wir gar nicht aufeinander verzichten müssen und abends nach dem Dreh gemeinsam den Feierabend gestalten können.

Welche Rolle würden Sie gerne einmal spielen?

Ich würde gerne mehr Komödien drehen, denn ich mag es, die Realität ad absurdum zu führen und auch in alltäglichen Situationen die komischen Momente sich vor Augen zu führen. Humor macht das Leben auf jeden Fall leichter und lebenswerter.


Das Interview mit Eva Habermann führte Flavia Fauth

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