Dr. med. Udo E. Beckenbauer ist Facharzt für Innere Medizin und leitet ein Zentrum für Präventivmedizin in München. Neben seiner Arbeit engagiert er sich für die Organisationen POWER CHILD e.V., Ärzte für die Dritte Welt e.V. und Lichtblick München e.V.
Mit Stargebot sprach er über dieses Engagement.
Herr Dr. Beckenbauer, Sie engagieren sich für verschiedene soziale Organisationen auf der ganzen Welt. Welche Bedeutung hat das für Sie und wie ist es dazu gekommen?
Begonnen hat mein Engagement mit der Organisation Ärzte für die Dritte Welt. Die Hilfe der Ärzte für die Dritte Welt ist konkret und setzt bei den grundlegenden Bedürfnissen an. Erkrankungen gleich welcher Art treffen die Ärmsten der Armen meistens besonders hart. Die Ärzte für die Dritte Welt setzen sich in ihren Projekten für ein Leben in Würde ein, indem sie sich um die Gesundheitsversorgung, ausreichend Nahrung und die Ausbildung benachteiligter Menschen in der Dritten Welt kümmern.
Diese Arbeit hat mich extrem berührt. Ich bin damals für diese Organisation unter anderem nach Manila und Kalkutta gereist, um dort bei der medizinischen Grundversorgung mitzuhelfen.
Das erdet einen, gerade ein Aufenthalt in Kalkutta relativiert dein Lebensverständnis sehr. Uns geht es hier doch sehr gut, das sollte man nie vergessen.
Mein Engagement für Power Child e.V. ist mir auch sehr wichtig, ich bin dort im Beirat. Zuvor habe ich als Vorstand für alle inhaltlichen Fragen den Verein mit aufgebaut. In den vergangenen Jahren hat Power-Child e.V. ein bundesweit tragfähiges und effektives Präventionsnetzwerk zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt aufgebaut – eine gute und wichtige Sache.
Kinder brauchen unseren Schutz. Als Arzt weiß ich, wie wichtig eine gute Vorsorge ist, das gilt auch und gerade für das Thema sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen. Ich freue mich, dass mein Fachwissen und meine Projektideen dazu beitragen, Kinder vor sexuellen Übergriffen zu schützen.
Welche sozialen Projekte liegen Ihnen noch am Herzen?
Lichtblick München e.V. ist eine lokale Organisation, die ich ebenso unterstütze. Das ist ein gemeinnütziger Verein zur Förderung und Unterstützung von sozial benachteiligten Kindern, die keine vernünftigen häuslichen Verhältnisse haben, wenig Kleidung und Essen mitten in München.
Wie wichtig ist Ihnen Ihr persönliches Engagement – wie lässt sich dies mit Ihrer Tätigkeit als viel beschäftigter Arzt vereinbaren?
Soziales Engagement ist mir sehr wichtig. Ich finde, wenn es einem gut geht, dann muss man etwas zurück geben und sich für andere Menschen engagieren, die es nicht so glücklich getroffen haben.
Und wenn man wirklich will, dann geht schon sehr viel. Obwohl ich eine große Praxis habe, nehme ich mir jede Woche irgendwie Zeit für mein soziales Engagement.
Was wünschen Sie sich zum Thema soziales Engagement in Deutschland? Sollte sich etwas ändern?
Es wird schon viel gemacht – aber es könnte immer noch mehr sein. Unternehmen könnten sich noch mehr engagieren.
Ich würde mir auch für einen gemeinnützigen Verein mehr steuerliche Freiheiten wünschen – dass man Spenden zum Beispiel nicht so schnell wieder ausgeben muss – da ansonsten eine Versteuerung eintritt. Ich finde, da sollte vom Gesetzgeber eine günstigere Regelung gefunden werden.
Gibt es einen Moment, der Ihnen beim Besuch einer gemeinnützigen Organisation oder bei in Not geratenen Menschen speziell in Erinnerung geblieben ist? Was hat Sie besonders berührt?
Das sind so viele einzelne Erlebnisse, es berührt mich alles. Die Organisationen, für die ich mich engagiere, leisten alle tolle Arbeit – und kümmern sich um Menschen, deren Schicksal einen immer berührt – egal wie alt diese Menschen sind oder wo sie leben.
Das Interview mit Dr. Udo Beckenbauer führte Corinna Busch



