Dr. Hermann Bühlbecker ist nicht nur gern gesehener Gast und Mitgestalter internationaler Top-Events, sondern auch ein Top-Manager.
Unter seiner Führung wurde die Henry Lambertz GmbH & Co. KG, Aachen der weltweit führende Anbieter für Lebkuchen-, Printen- und Saisongebäck. Nicht nur der ehemalige Präsident der USA, Bill Clinton, sondern auch viele gekrönte Häupter dieser Welt freuen sich, wenn Sie von Dr. Bühlbecker mit einer Auswahl der süßesten Verführungen bedacht werden.
Stargebot sprach mit Dr. Hermann Bühlbecker in Aachen.
Sie engagieren sich für vielfältige soziale Organisationen auf der ganzen Welt. Welche Bedeutung hat das für Sie ?
Wir stehen auf dem Standpunkt, dass wir als mittelständisches Unternehmen, seit 320 Jahren am Markt, auch ein wenig zurückgeben wollen von dem, was wir in all den Jahren bekommen haben.
Für uns steht fest, dass Unternehmen unserer Art eine soziale Verantwortung haben.
Sie reisen sehr viel und engagieren sich zum Beispiel für die Bill Clinton Foundation – welche Unterschiede fallen Ihnen auf, wenn Sie soziales Engagement in Deutschland mit dem in den USA vergleichen ?
Das sind unterschiedliche Kulturen und damit auch verschiedene Ansätze. Ich war gerade wieder bei Bill Clinton auf einem Symposium zu Gast und da wird einem klar, dass es in Amerika eine ganz andere Unternehmenskultur gibt.
Dort übernimmt der Staat im sozialen Bereich nicht sehr viele Aufgaben – und daher engagieren sich mehr Unternehmer als in Deutschland hinsichtlich sozialer Aufgaben. In Deutschland federt der Sozialstaat sehr viel ab. In Amerika zum Beispiel kämpft Präsident Obama im Jahr 2009 immer noch für eine allgemeine Krankenversicherung – für uns überhaupt nicht vorstellbar.
Daher ist es toll, dass viele amerikanische Unternehmer große Beträge für soziale Zwecke zur Verfügung stellen. Und eine solche Investition kann am Ende des Tages sogar für die Unternehmer wirtschaftlich sinnvoll sein.
Dennoch engagieren sich natürlich auch in Deutschland immer mehr Unternehmen. Und wir haben tatsächlich auch hier eine Menge Probleme: Krankheiten, Kinderarmut – es gibt viele Dinge zu tun. Wir haben in Deutschland jedoch das Problem, dass sich die Menschen nicht einfach darüber freuen können, wenn andere sich sozial engagieren – deshalb haben sich viele zurückgezogen und sprechen nicht über ihr Engagement. Da herrscht eine gewisse Neidkultur – und das ist sehr schade.
Welche Projekte unterstützt Lambertz aktuell ?
Wir haben zum Beispiel seit fünf Wochen eine Gruppe junger Menschen aus Afghanistan bei uns, die zuerst Deutsch lernen und anschließend eine Ausbildung im Bäckereiwesen absolvieren. Nach drei Jahren ist die Ausbildung beendet, die jungen Leute gehen zurück in ihre Heimat und wir helfen Ihnen, dort eine Existenz aufzubauen.
Wir unterstützen sie bei der Eröffnung eigener Bäckereien und es werden vor Ort neue Arbeits- und Ausbildungsplätze geschaffen.
Das ist für uns zum Beispiel ein Projekt von friedlicher und nachhaltiger Aufbauhilfe, die mir persönlich sehr am Herzen liegt
Das Interview mit Dr. Hermann Bühlbecker führte Corinna Busch.

