Das Times Magazine ernannte Cornelia Funke 2005 zu einer der einflussreichsten Deutschen der Welt.


Seit sechs Jahren lebt die gebürtige Nordrhein-Westfälin mit ihren zwei Kindern in  Los Angeles. Von hier schreibt sie ihre Bestseller, die mittlerweile in über 30 Sprachen übersetzt wurden.


Im Interview spricht sie über ihren Beruf und ihr Engagement für Kinder.

Seit 20 Jahren schreiben Sie sehr erfolgreich Kinderbücher, studiert haben Sie aber ursprünglich Pädagogik. Wann und wie ist Ihnen bewusst geworden, dass ihr Herz eigentlich für die Schriftstellerei schlägt?


Ich habe nicht nur Pädagogik, sondern auch Buchillustration studiert, und eines Tages war ich so frustriert von den Geschichten, die ich als Aufträge bekam, dass ich mich entschloss, mir einfach selbst eine zu schreiben. Es dauerte dann aber noch mehrere Jahre, bis ich begriff, dass ich das Schreiben wesentlich leidenschaftlicher betrieb als die Illustration. Damals hatte ich schon das für Kinder biblische Alter von 32 (lacht).


Mit Büchern wie „Die wilden Hühner“ oder dem Bestseller „Tintenherz“ begeistern Sie Kinder in der ganzen Welt. Was ist es für ein Gefühl, wenn man weiß, dass die eigenen Worte so viele Menschen erreichen und zum Lesen animieren?


Es ist ein unbeschreibliches Gefühl. Jedesmal, wenn ich ein Land besuche, in dem ich noch nie war, ueberwältigt es mich, dort Hunderte von Kindern zu treffen, die alles über meine Bücher wissen und die Welten bereist haben, die ich mir ausgedacht habe. Jedesmal, wenn ich mich auf eine neue Welt einlasse, kann ich es nicht erwarten, zu hören, was die Kinder in aller Welt dort finden und lieben. Es ist so ein Abenteuer.


Ihre Bücher werden von Ihnen persönlich illustriert. Wie kann man sich den Werdegang eines Buches vorstellen? Schreiben Sie zunächst den Text und illustrieren ihn im Anschluss oder haben Sie teilweise Bilder vor Augen, für die Sie dann einen Text verfassen?


Ich schreibe immer zuerst den Text und mache nur sehr selten Skizzen, während ich schreibe. Die Bilder in meinem Kopf gleichen eher Filmbildern und sind so schwer aufs Papier zu bannen, dass ich dafür viel Zeit und Abstand vom Schreiben brauche. Und dann werden sie natürlich doch nie genau wie die Bilder in meinem Kopf.


Als Botschafterin von „wünschdirwas“ erfüllen Sie Kindern Herzenswünsche. Können Sie kurz zu diesem Engagement Stellung beziehen?


Ich versuche mich, auf viele Arten für Kinder einzusetzen und halte es für meine Verantwortung, ihre Stimme zu sein, zu helfen, wo ich kann und ihnen nicht nur mit meinen Geschichten das Gefühl zu geben, dass sie nicht allein mit ihren Sorgen und Hoffnungen sind. "wünschdirwas" ist ein sehr schöner Weg, für die Kinder etwas zu tun, denen das Leben eine besonders harte Aufgabe stellt.


Wie kam es zur Zusammenarbeit zwischen Ihnen und „wünschdirwas“ ?


Ich wurde gefragt, ob ich die Arbeit von "wünschdirwas" unterstützen würde und natürlich habe ich ja gesagt. Ich arbeite auch mit einer ähnlichen Organisation in den USA.

 




Das Interview mit Cornelia Funke führte Kathrin Sprotte




wünschdirwas e.V.

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