
© Benjamin Adrion
Benjamin Adrion (28) ist ein deutscher Fußballspieler und spielte zuletzt für den FC St- Pauli. Zusammen mit der Welthungerhilfe rief Benjamin Adrion 2005 das Projekt "Viva con Agua de St.Pauli" ins Leben, nachdem er im Wintertrainingslager auf Kuba die Verhältnisse vor Ort selbst gesehen hatte.
Am 5. Oktober 2009 wurde Benjamin Adrion für sein Engagement mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.
Mit Stargebot sprach er über das Projekt und sein persönliches Engagement.
Worum handelt es sich bei Ihrem Projekt „Viva con Agua“?
Viva con Agua versteht sich als offenes Netzwerk.
Jeder Mensch kann sich für "Viva con Agua" engagieren. Frauen und Männer aller Altersgruppen, Berufsstände und Herkunft haben Zugang zu diesem Netzwerk, um sich gemäß ihrer individuellen Fähigkeiten einzubringen. "Viva con Agua" ist eine Plattform für Eigeninitiative und Engagement. Laut dem Motto: "Setzt eure Ideen für eine sozialere Welt um - wir unterstützen euch dabei."
"Viva con Agua" ist die erste All-Profit-Organisation der Welt. Unsere Aktionen kommen allen zugute: den Besuchern, Künstlern und Organisatoren von Veranstaltungen für und mit Viva con Agua, der Initiative selbst und insbesondere den Menschen in den einzelnen Projektgebieten. Insbesondere kulturübergreifenden Veranstaltungen sind die Grundlage unserer Spendeneinnahmen.
Wir sind der Meinung, helfen kann Spaß machen und gleichzeitig seriöse Ziele verfolgen.
Was hat Sie dazu motiviert dieses Projekt ins Leben zu rufen?
Die Einsicht, dass es uns verdammt gut geht und wir von unserem Überschuss ruhig etwas abgeben können. Nachdem ich im Winter- trainingslager auf Kuba die Verhältnisse vor Ort selbst gesehen hatte, war mir klar, dass ich was tun muss. Worauf also warten, wenn wir die Möglichkeit haben etwas Gutes zu tun?
Wie würden Sie das allgemeine soziale Engagement in Deutschland beschreiben?
Ich denke, die Menschen sind durchaus bereit sich einzusetzen und zu engagieren. Manchmal fehlt aber das passende Angebot und die konkrete Möglichkeit. Wir bekommen sehr selten von Medien suggeriert, wie wir uns tatsächlich einbringen können. Klar gibt es viele Spendenaufrufe, wenn man aber kein Geld übrig hat, aber trotzdem eine Menge Kreativität und Energie besitzt, dann fehlen die Angebote zu Helfen.
Wo besteht Ihrer Meinung nach großer Bedarf an Unterstützung bzw. in welchen Bereichen müssen sich Dinge ändern?
Natürlich wäre es toll, wenn in unserer Gesellschaft ein allgemeines Klima der gegenseitigen Unterstützung, Zusammenarbeit und Verbindung herrschen würde. Leider ist das nur sehr begrenzt der Fall. Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sollte hier immer wieder neu überprüft und gestaltet werden. Wenn ich allerdings die nicht vorhandenen Konsequenzen nach der Finanzkrise sehe, dann macht man sich schon Gedanken, ob die Führungspersonen unseres Systems noch die Richtigen sind.
Wie kann man das Projekt unterstützen?
Jeder kann mitmachen. Wir freuen uns über jede Mail, über jede Anfrage und jede Idee. Also einfach am Start sein und seine Kreativität und Freude einbringen.
Was wünschen Sie sich für die Zukunft von "Viva con Agua"?
Ich wünsche mir, dass es "Viva con Agua" noch lange gibt und wir es schaffen zu wachsen und gleichzeitig echt zu bleiben. Der Kern und die Authentizität des Projektes soll gewahrt bleiben, auch wenn wir die nächsten Entwicklungsschritte nehmen. Bald kommt das "Viva con Agua-Quellwasser" auf den Markt, das wird eine neue Herausforderung für unser System.
Das Interview mit Benjamin Adrion führte Valerie von Schilling

