Bis 2009 war Bärbel Dieckmann Oberbürgermeistern von Bonn.

Nun hat Sie Ihre eigentliche Berufung gefunden: 2008 übernimmt sie das Amt der Präsidentin der Welthungerhilfe in Bonn.

Schon während ihrer politischen Karriere war ihr soziales Engagement ausgeprägt.

Im Interview mit Stargebot berichtet Frau Dieckmann von einem ihrer typischen Arbeitstage und was sie sich von dem 50-jährigen Jubiläum der Welthungerhilfe e.V. wünscht.

 

Liebe Frau Dieckmann, erst einmal haben Sie vielen Dank dafür, dass Sie sich die Zeit nehmen uns einige Fragen für Stargebot - Your Charity World zu beantworten.

 

 

Von 1994 bis zum Jahr 2009 waren Sie die Oberbürgermeisterin von Bonn. Seit 2008 sind Sie Präsidentin der Welthungerhilfe. Wie kam es zum Wechsel von der Politik hin zum ehrenamtlichen Posten der Präsidentin der Welthungerhilfe?

Fünfzehn Amtsjahre sind eine lange Zeit. Anders als so mancher Politiker wollte ich rechtzeitig loslassen. Aber ich möchte noch etwas tun, deshalb engagiere ich mich ehrenamtlich als Präsidentin der Welthungerhilfe. Ich kannte die Welthungerhilfe bereits durch mehrere gemeinsame Projekte und war mir sicher, dass ich zu 100 Prozent hinter dieser Organisation und ihren tollen Mitarbeitern stehen kann.

Haben Sie sich während Ihrer politischen Karriere von 15 Jahren schon immer sozial engagiert? Wie wichtig ist Ihnen das?

Soziale Themen haben mich schon immer berührt. Die Kluft zwischen Armen und Reichen zu verkleinern war ein Gedanke, der mich schon lange beschäftigt hat. Es war auch ein Anlass dafür, dass ich 1972 in die SPD eingetreten bin. Willi Brandt hat uns damals sehr beeindruckt und wir waren davon überzeugt, für die richtigen Ideen zu kämpfen. Soziale Ungerechtigkeit lässt mich auch heute nicht kalt. Ich kann mich einfach nicht damit abfinden, dass fast eine Milliarde Menschen an Hunger leiden.


Bitte beschreiben Sie uns, wenn möglich, einen typischen Arbeitstag.


Ich beginne den Tag mit Laufen oder Gymnastik, um mich körperlich fit zu halten.


Anschließend informiere ich mich über die wichtigsten Entwicklungen in unseren Projektländern. Mehrmals in der Woche bin ich für die Welthungerhilfe in Deutschland unterwegs: ich halte Vorträge, stelle unsere Aktionen in der Öffentlichkeit vor, bin Teilnehmer bei Diskussionsveranstaltungen oder nehme Spendensammlungen entgegen. Und natürlich gibt es viel Arbeit am Schreibtisch beim Lesen von konkreten Projektplanungen. Ganz wichtig sind auch meine Reisen in unsere Projektländer. Gerade die vielen Gespräche mit den Menschen, die von unserer Hilfe profitieren, geben mir neue Denkanstöße.


Im Dezember diesen Jahres wird die Welthungerhilfe 50 Jahre jung. Was wünschen Sie sich für die Zukunft Ihrer Organisation?


Wir wünschen uns in diesem Jahr, dass möglichst viele Menschen uns eine Stunde gegen den Hunger schenken. Wir wollen mit dieser Aktion zeigen, dass wirklich jeder von uns aktiv etwas tun kann. Wir möchten, dass globale Solidarität mit dem Menschen in Armut einen höheren Stellenwert in unserer Gesellschaft bekommt. Das schaffen wir nur, wenn wir Armuts- und Hungerbekämpfung in den Mittelpunkt unserer Gesellschaft holen.

 

 

 




Das Interview mit Frau Bärbel Dieckmann führte Sarah Schlifter.



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