Arne Stephan, 26, hat nach seinem Ausstieg aus der RTL Erfolgsserie „GZSZ“ gezeigt, dass man auch weiterhin mit ihm rechnen muss. An der Seite von Christiane Hörbiger drehte er für den ARD/ORF „Annas zweite Chance“ in Wien. Obwohl beruflich stark eingespannt, vergisst der Schauspieler nie, sich für andere, denen es nicht so gut geht, zu engagieren. Im Interview mit stargebot.de spricht Arne Stephan über die Dinge, die ihn bewegen.

Wie würden Sie das Allgemeine soziale Engagement in Deutschland beschreiben?

Ich bin stolz darauf in einem Land zu leben,  indem so viele Bürger bereit sind, Menschen zu unterstützen, die Hilfe brauchen. In den unterschiedlichsten Bereichen konnte man das sehen, sei es die Flutkatastrophe, der schlimme Tsunami damals oder auch bei dem Hilfeaufruf für das Baby Helene, das dringend einen Knochenmarktspender braucht. Da spürt man den Zusammenhalt untereinander. Für mich schließt soziales Engagement aber auch ein, dass untereinander mehr anpackt wird, z.B. wenn die Nachbarin Hilfe braucht oder man auf der Straße Menschen beobachtet, die nicht so stark sind und denen es nicht gut geht! Auch da sollten wir den Blick für schärfen und nicht erst anpacken, wenn etwas passiert ist!

Welche Projekte liegen Ihnen selbst sehr am Herzen?

Ich bin seit einigen Jahren Botschafter für den Verein SOS Kinderdorf, weil ich das Konzept und die Arbeitsweise sehr schätze. Wichtig ist mir bei diesem Engagement, das ich ein deutsches Kinderdorf unterstütze. Trotz der großen Not auf der Welt haben wir auch in Deutschland große Probleme, von denen gerade unsere Kinder sehr betroffen sind. Weiterhin unterstütze ich Dunkelziffer e.V. und Hamburg Leuchtfeuer, die seit Jahren durch ihre großartige Arbeit Kindern und kranken Menschen helfen.

Wo besteht Ihrer Meinung nach großer Bedarf an Unterstützung  bzw. in welchen Bereichen müssen sich Dinge ändern?

Unterstützung brauchen zum einen die älteren Menschen. Es kann nicht sein, dass jemand ein Leben lang hart schuftet und später völlig verarmt stirbt, weil sein Unterhalt nicht geregelt ist und sich keiner um ihn kümmern kann. Aber auch die Kinder müssen mehr geschützt werden und es muss härter durch gegriffen werden, wenn der Verdacht auf Vernachlässigung, Misshandlung, Kinderarmut usw. besteht. Außerdem müssen Familien die Chance bekommen, egal wie es um die finanziellen Möglichkeiten steht, dass ihre Kinder eine gute Bildung erhalten, denn Kinder sind unsere Zukunft!

Im Juni 2008 waren Sie das letzte Mal in der Rolle des „Marc Hansen“ in der RTL Serie „GZSZ“ zu sehen – was haben Sie seit dem gemacht?

Erst einmal war es wichtig für mich zur Ruhe zu kommen und wieder Energie zu tanken. Ich hatte in meiner Zeit bei GZSZ kaum freie Zeit und habe vor allem die Arbeit auf der Bühne vermisst! Bis heute spiele ich noch einige Vorstellungen von dem Musical West Side Story in Hagen. Im Winter habe ich in der Uraufführung – Moulin Rouge Story- eine der Hauptrollen interpretiert und wir konnten uns über 100% Auslastung und sehr gute Kritiken freuen! Auch vor der Kamera war ich nicht ganz unaktiv, so drehte ich meinen ersten Spielfilm für die ARD/ORF in Wien mit Christiane Hörbiger. Im April spiele ich das Goethe Stück „Die Mitschuldigen“  am Stadttheater in Minden und freue mich, auch endlich wieder ein reines Schauspielstück zu machen!

Derzeit leben Sie in Berlin – haben Sie Hamburg endgültig den Rücken zugekehrt?

Hamburg ist meine Heimatstadt und ich werde sicher auch bald wieder in die schönste Stadt Deutschlands zurückkehren. Nach drei Jahren Berlin habe ich allerdings auch hier ein privates Umfeld und das möchte ich zurzeit nicht aufgeben. Auch wenn ich nie gedacht hätte, das ich mal so etwas sage, aber ich fühle mich wirklich wohl in der Hauptstadt!

Worüber können Sie sich so richtig aufregen?

Zurzeit ärger ich mich sehr über die aktuelle Lage in Deutschland. Natürlich ist es wichtig, dass wir die Wirtschaft in Deutschland aufrechterhalten, denn wir alle profitieren von einer guten Konjunktur. Wo aber bleiben die anderen Belange der Menschen? Was ist mit der Bildung? Was ist mit der Integration? Wo bleiben die Menschen, denen es in unserer Gesellschaft nicht so gut geht? Warum werden dafür nicht mal Millionen zur Verfügung gestellt?  Für mich sind viele Werte verloren gegangen und ich habe leider auch das Vertrauen in die Politik verloren. Da wird viel zu viel über unseren Kopf hinweg entschieden. Wir haben ganz viele Pflichten, aber das Mitspracherecht fehlt völlig!

Das Interview mit Arne Stephan führte Flavia Fauth