Alfred Bioleks steile Karriere beginnt bereits 1978 mit "Bios Bahnhof", seiner ersten von ihm selbst produzierten und moderierten Sendung. Seitdem ist Herr Biolek fester Bestandteil der deutschen Medienlandschaft.

Heute engagiert sich der 76-Jährige mit Herzblut für benachteiligte Jugendliche in Afrika.

Herr Biolek, Sie haben im deutschen Fernsehen nahezu jeden Preis gewonnnen, den es zu gewinnen gibt.

Welche Sendung hat Ihnen am meisten Spaß gemacht?

Ich hatte in meiner Karriere das Glück, viel ausprobieren zu können, was mir auch persönlich viel Spaß gemacht hat.

„Bios Bahnhof“ war beispielsweise Ende der 70er ein großer Erfolg mit Live-Musik und tollen Stars. Nach fünf Jahren hatten wir alle großen Künstler in der Sendung gehabt und wir wussten, dass das nicht mehr zu übertreffen war.

Sehr gerne habe ich auch die Spielshow „Mensch Meier“ gemacht, die mich durch viele spannende Kandidaten, die außergewöhnliche Talente oder Geschichten mitbrachten begeisterte.

Unbedingt erwähnen möchte ich hier auch die fast 500 Sendungen „Boulevard Bio“ – übrigens die einzige Sendung für die ich mich jemals beworben habe. Alles in allem haben mir die meisten Sendungen Spaß gemacht.

Mit Ihrer Sendung „alfredissimo!“ haben Sie ab 1994 einen Trend kreiert. Heute wird im deutschen Fernsehen zu jeder Tages- und Nachtzeit gekocht. Wie empfinden Sie es, dass Sie so viele Nachahmer gefunden haben?

Ich war nicht der Erste, der im Fernsehen gekocht hat. Aber eine Kochsendung, bei der man nebenbei noch etwas über einen Star erfahren konnte – das war damals bei „alfredissimo!“ sicher etwas Besonderes.

 

Zu der großen Zahl der folgenden Kochsendungen kann ich nur sagen: Zu viel ist zu viel. Ich finde, dass es auf allen Gebieten Grenzen gibt und dass man ein Genre nicht zu sehr ausreizen sollte.

 

Man sollte zu einem Zeitpunkt aufhören, an dem noch Wünsche offen bleiben. Aus diesem Grund habe ich alle meine Sendungen auf dem Höhepunkt beendet.

Im Jahr 2000 wurden Sie zum UN-Botschafter für Weltbevölkerung ernannt. Welche Aufgaben nehmen Sie im Rahmen dieser Tätigkeit wahr?


Als UN-Botschafter für Weltbevölkerung habe ich viele Projekte der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung und des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen besucht – in erster Linie in Afrika.

 

Die Energie und Zuversicht, die die Jugendlichen trotz der schwierigen Lebensumstände an den Tag legen, haben mich jedes Mal sehr berührt. So wuchs in mir der Wunsch, noch mehr für die vielen jungen Menschen in Afrika zu tun.

Seit 2005 unterhalten Sie eine eigene Stiftung, die Alfred Biolek Stiftung. Wie sind Sie darauf gekommen, eine eigene Stiftung zu gründen?

 

Schon seit vielen Jahren unterstütze ich die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung, die jungen Menschen in Afrika hilft, sich vor HIV/Aids und ungewollten Schwangerschaften zu schützen.

 

Dazu führt die Stiftung in Ostafrika Aufklärungsprogramme durch, in denen die Jugendlichen durch Gleichaltrige aufgeklärt werden. Dieser Ansatz hat mich überzeugt.

 

Im Jahr 2005 habe ich dann meine eigene Stiftung gegründet – einfach um mit meinem Namen noch mehr Menschen dazu zu bewegen, sich für Jugendliche in Afrika zu engagieren. Diese Arbeitsteilung funktioniert sehr gut, denn mit den Spendeneinnahmen meiner Stiftung unterstütze ich weiterhin die Projektarbeit der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung.

Welchen Stellenwert nimmt für Sie Ihr soziales Engagement ein?

 

Soziales Engagement bedeutet für mich, etwas von dem Glück, das ich in meinem Leben hatte, zurückzugeben.

 

In den vergangenen Jahrzehnten habe ich mich an verschiedenen Stellen engagiert. Beispielsweise war ich lange Jahre Schirmherr der Deutschen Glasknochengesellschaft.

 

Ganz besonders wichtig ist mir der Kampf gegen HIV/Aids, für den ich mich schon sehr lange engagiere. Seit meiner Ernennung zum UN-Botschafter für Weltbevölkerung habe ich das Engagement für Afrika für mich entdeckt.





Das Interview mit Alfred Biolek führte Kathrin Sprotte