Er ist eine außergewöhnliche Persönlichkeit und seine Talente sind so vielseitig wie seine Engagements: Er ist Pferdezüchter und Polospieler, Unternehmer und Kreativer.

Aber vor allem setzt er sich unermüdlich für soziale Gerechtigkeit, kulturelle Themen und seine Heimatstadt Hamburg ein. Darüber sprach er mit Stargebot.

Sie engagieren sich für viele kulturelle und soziale Zwecke – woher kommt dieses ausgeprägte Engagement?


Ich komme aus einer Generation, die durch den Krieg viele schlimme Dinge erlebt hat. Ich hatte einfach das Glück, dass meine Mutter mir eine robuste Gesundheit und eine fröhliche Natur geschenkt hat. Ich habe als Kind und auch als Erwachsener von anderen Menschen auch Hilfe bekommen. Dafür war und bin ich sehr dankbar.

Als Kind hat mein Vater mich immer mit in die Firma genommen. So kam ich viel mit den Menschen in Kontakt, die „down to earth“ sind, unsere Arbeiter. Das hat mich sehr geprägt.

Ich glaube, mit selbst aufgesetzten oder anerzogenen Klassenunterschieden bekommt man irgendwann im Leben Probleme – das habe ich als junger Mensch ziemlich schnell kapiert. Im Leben sollte nichts selbstverständlich werden und man sollte immer bei sich bleiben – und anderen helfen, die in Not sind.

Diese Werte versuche ich in meinem Unternehmen vorzuleben. Ich möchte gerne ein gutes Beispiel geben – damit unsere guten Sitten erhalten bleiben.

Nach welchen Gesichtspunkten wählen Sie Ihr soziales Engagement aus?

Wenn ich mich für Dinge engagiere, dann muss ich davon überzeugt sein und eine Leidenschaft dafür entwickeln können. Danach richte ich mein soziales Engagement.

Gibt es soziale Organisationen, die Ihnen ganz besonders am Herzen liegen?

Zum einen engagiere ich mich für die Welthungerhilfe. Ich bin zum Beispiel in Kuba gewesen und habe Kindergärten besucht. Ich selbst habe ja 4 Jahre in Mittelamerika gelebt und kenne mich dort recht gut aus.

Die Kindergärten dort werden von richtig engagierten Menschen geführt – das hat mich sehr beeindruckt. Die Kinder verlassen den Kindergarten lesend und schreiben – das fand ich erstaunlich. Die Welthungerhilfe erfüllt einen sehr guten Zweck – und den unterstütze ich gerne. Wir treffen uns regelmäßig und sprechen über Projekte.

Zum anderen engagiert sich unser Unternehmen auch selbst für den fairen Handel. Bei Produkten mit dem Fairtrade-Siegel haben Sie die Gewissheit, dass die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Bauern und Beschäftigen durch fair gehandelte Preise und -Prämien verbessert werden.

Außerdem sind illegale Kinderarbeit und Zwangsarbeit verboten und wir helfen den kleinen Kaffeebauern, in dem wir Ihnen einen höheren Preis für ihre Produkte zahlen.

Das ist mir wichtig. Der TransFair e.V. ist eine wirklich gut organisierte Gesellschaft und die Gelder kommen dort an, wo sie hin sollen – ich bin auch selbst vor Ort gewesen und habe mich davon überzeugt.

Würden Sie sich in Deutschland zum Thema soziales Engagement Dinge anders wünschen?

Nein, ich finde, hier wird eine Menge getan. Wenn ich mich alleine in Hamburg umschaue – welche tollen Initiativen es hier gibt wie zum Beispiel "Die Hamburger Tafel". Hier gibt es wirklich eine Fülle von Menschen, die sich aus Überzeugung einbringen.

International betrachtet kommen natürlich bei Charity Events in den USA zum Beispiel größere Spendensummen zusammen – das ist bei uns nicht so.

Wahrscheinlich haben hier viele Menschen in Deutschland doch eigene Netzwerke und Organisationen, die sie unterstützen und geben dann in andere große Töpfe nicht mehr so viel Geld. Die Unterstützung in Deutschland ist meines Erachtens gezielter.

Soziales Engagement als Unternehmer – eine Ehrensache oder Verpflichtung?

Ich fühle mich nicht verpflichtet – ich tue das aus Freude und Überzeugung.

Wir leben als Menschen in einer Gemeinschaft und müssen dafür sorgen, dass dieses Zusammenleben in irgendeiner Form – auch materiell – geregelt werden muss.

Sie vergeben seit einigen Jahren einen Preis an besonders herausragende Existenzgründerinnen – wie kam es dazu?

Ich möchte Frauen gerne in ihrer beruflichen Entwicklung fördern – ich denke, da haben wir auch in Deutschland noch ein bisschen etwas zu tun.

Mit diesem Preis unterstützen wir besonders talentierte Gründerinnen mit herausragenden Geschäftsideen beim Start in die Selbstständigkeit.

Und ich bin immer wieder erstaunt und begeistert, was für tolle Frauen sich bewerben und mit wie viel Idealismus und Engagement sie sich für Ihre Ideen und beruflichen Ziele einsetzen.

 

 




Das Interview mit Albert Darboven führte Corinna Busch

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